Ab wann ist Glücksspiel in Deutschland illegal?

Das Glücksspiel ist eine Faszination für sich. Ob in Form einer Pokerrunde oder als aufregender Video-Slot in einem Online Casino, das Glücksspielwesen von heute hat viele Gesichter. Doch immer öfter wird über die Grenze zwischen illegalem und legalem Glücksspiel diskutiert. Früher standen Spielern die stationären Spielbanken, Lotterien oder Sportwetten zur Verfügung, für die weitgehend die Bundesländer zuständig sind, heutzutage werden begeisterte Zocker mit einer Flut an diversen Glücksspiel-Angeboten konfrontiert.

Mit dem Aufgebot der Online Casinos und deren verlockenden Offerten und unübertrefflichen Anzahl an Casino-Spielen, nutzen immer mehr Slot-Liebhaber die abwechslungsreichen Games im Internet. Das Online-Glücksspiel ist in Deutschland meistens illegal, da für die meisten Glücksspiele das staatliche Monopol gilt und Online-Glücksspiel im Staatsvertrag mit der entsprechenden Online-Casino-Lizenz nicht vorgesehen ist. Eine Ausnahme bilden lediglich 23 Online Anbieter, die eine Lizenz aus Schleswig-Holstein verfügen und somit beschränkt zugelassen sind. Seriöse Online-Glücksspiel Anbieter erkennt man an der Lizenz. Doch wie sieht es mit einer gemütliche Pokerrunde unter Freunden aus?

Im Strafgesetzbuch unter der Norm §284 StGB wurde festgelegt, dass das Veranstalten und Halten von öffentlichen Glücksspielen, ohne eine ausdrückliche behördliche Erlaubnis strafbar ist. Hierbei muss man das Glücksspiel von anderen Spielarten, wie dem Geschicklichkeitsspiel, der Wette und dem Unterhaltungsspiel abgrenzen, denn es handelt sich vielmehr um ein Ereignis, dessen Ausgang nicht vorhersehbar ist und über Gewinn oder Verlust eines nicht unbeachtlichen Vermögenswertes bestimmt.

Ob man gewinnt oder verliert, hängt somit vom Zufall ab, wie auch beim Poker. Ab wann der vorgenommene Einsatz jedoch als erheblicher Vermögenswert einkalkuliert werden kann, lässt sich nicht klar und unmissverständlich beziffern. Als Maßstab, an dem man sich orientieren kann, bezüglich einer privaten Pokerrunde unter Freunden und einem Pokerspiel, für das man wirbt und jedem zugänglich ist, können die finanziellen Verhältnisse der Spieler herangezogen werden. Je vermögender die Spieler, umso größer können die getätigten Einsätze sein, ohne diese als erheblich zu qualifizieren.

Vorsicht ist bei dem Merkmal „öffentlich“ geboten, da es nach aktueller Gesetzgebung genügt, wenn man den Stammtisch in einen Verein oder geschlossene Gesellschaft verlegt oder ein Bekannter einer geladenen Person am Spiel teilnimmt, der seinerseits keinen der im Raum befindlichen Spieler kennt. Wer somit privat, regelmäßig und mit derselben Gruppe seinem Pokervergnügen nachgeht, betreibt ggf. illegales Glücksspiel. Insbesondere als Gastwirt, sollte man sich in Acht nehmen, denn wer Pokerpartien in der Gaststätte duldet, kann sich ebenfalls strafbar machen. Die stationären Spielbanken und Spielhallen haben eine staatliche Erlaubnis und unterliegen festen Regulierungen. Die Kontrolle des Glücksspiels sieht der Staat als unabdingbar, um die Spieler zu schützen, das Glücksspiel überprüfen und im Vorfeld bereits gefährlichen Entwicklungen entgegenwirken zu können sowie die Entwicklung undurchsichtiger Strukturen zu vermeiden.

Wer mit echtem Geld im Internet spielen möchte, sollte daher auf die Lizenz des Glücksspielanbieters achten. Dennoch kann er sich durch die Teilnahme an einer Online-Poker Veranstaltung nach deutschem Recht strafbar machen. Wie die Praxis zeigt erfolgt eine Strafverfolgung der Teilnehmer zwar sehr selten, ist allerdings genauso möglich, wie die Haftung der Pokerspiel-Veranstalter.

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