Im August dieses Jahres wurde die Liste der Berufskrankheiten erweitert. Über 70 Berufe stehen zurzeit in dieser Liste, einige von ihnen durchlaufen noch den Anerkennungsprozess. Die Liste unterteilt sich in sechs Bereiche, von Hautkrankheiten über Erkrankungen der Atemwege bis zu Krankheiten aufgrund chemischer und physikalischer Einwirkungen.

Die Liste der Berufskrankheiten wurde laut Wirtschaftswoche unter anderem durch folgende ergänzt:

  • Leukämie durch 1,3-Butadien, wie sie in der Kunstkautschuk- und Gummiindustrie vorkommen.
  • Harnblasen- und Kehlkopfkrebs, der durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe verursacht wurde, wie sie oft in der Aluminium- und Gießereiindustrie oder an Hochöfen vorkommen.
  • Fokale Dystonie bei Orchestermusikern oder Musiklehrern.
  • Eierstockkrebs bei Frauen, die früher in asbestverarbeitenden Betrieben tätig waren.

Gesetzliche Unfallversicherung hat viel zu tun

Obgleich sich der Arbeitsschutz stark verbessert hat, sind die Auswirkungen früherer Nachlässigkeit noch heute spürbar und werden es noch eine Weile bleiben. Wie die WirtschaftsWoche schreibt, haben Arbeitsmediziner und Unternehmen „erst flächendeckend 1972 auf die Gefahren für ihre Mitarbeiter durch Asbest“ reagiert. Zudem betrage die „Latenzzeit zwischen erhöhter Asbestbelastung und einer Krebserkrankung durchschnittlich mehr als 30 Jahre“, weshalb das Problem der Krebserkrankungen wohl nach wie vor ein Thema bleiben wird.

Wird festgestellt, dass Versicherte an einer Berufskrankheit leiden, haben sie Anspruch auf die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung. Bei einigen Erkrankungen ist Bedingung für den Erhalt der Leistungen, dass der Versicherte die gefährdende Tätigkeit aufgibt. Vorbeugend müssen die Versicherungsträger, beispielsweise die die gewerblichen Berufsgenossenschaften, für ausreichend Arbeitsschutz sorgen, sodass keine Berufskrankheiten entstehen.

Private Versicherungen als Ergänzung

Ergänzend zur gesetzlichen Unfallversicherung gilt eine private Berufsunfähigkeitsversicherung auch bei Krankheiten und Unfällen, die nicht durch den Beruf ausgelöst wurden. Abgedeckt sind außerdem mentale Erkrankungen wie Depression und Burnout. Laut CosmosDirekt wird durchschnittlich jeder Vierte vor der Rente berufsunfähig. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung muss die Erkrankung nicht durch den Beruf ausgelöst sein, doch sie muss sich zum einem bestimmten Grad auf die Fähigkeit auswirken, den bisherigen Beruf auszuüben.

Eine weitere Option ist die private Unfallvorsorge. Sie ist ebenfalls auch dann gültig, wenn der Unfall nicht durch die Arbeit ausgelöst wurde. Im Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung deckt sie aber nur die Kosten für den Unfall und seine Folgen, nicht für das langfristige Risiko, nicht mehr zur Arbeit gehen zu können. Auch bei einer Erkrankung und ihren Folgen, ob physisch oder psychisch, zahlt nur die Berufsunfähigkeitsversicherung.

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