Die Stadien ? Hier finden die Spiele die Fußball-EM 2016 statt

vor 5 Jahren in Service, Anzeige
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Bild: Ort des Eröffnungsspiels und des Endspiels: Das Stade de France in Saint-Denis. Quelle: © Yuri Turkov | ID 281049617 | Shutterstock.com

Kann Deutschland als amtierender Weltmeister seiner Favoritenstellung bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich gerecht werden? Oder holt Titelverteidiger Spanien den dritten Titel in Folge? Die Schwierigkeit der Beantwortung dieser Fragen ist das Geschäft der Sportwettenanbieter. Der ungewisse Ausgang der EM mit erstmals 24 teilnehmenden Mannschaften sorgt für Spekulationen bei den Fans von Sportwetten. Bei den Buchmachern ist neben Deutschland auch Gastgeber Frankreich erster Anwärter auf den Titel. Der Heimvorteil konnte in der Vergangenheit aber in den wenigsten Fällen genutzt werden. Bei bisher 14 gespielten Europameisterschaften konnte erst dreimal der Gastgeber gewinnen:

  • 1964 in Spanien
  • 1968 in Italien
  • 1984 in Frankreich

Den zweiten Europameistertitel konnte Frankreich im Jahre 2000 als amtierender Weltmeister gewinnen. Die WM und zwei Jahre später die EM zu gewinnen, gelang bisher nur noch Spanien bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine. Deshalb sind die Quoten für die genannten Länder auch nicht sonderlich hoch. Bei einem Einsatz von 1 Euro werden Wettern etwas mehr als 4 Euro ausgezahlt, wenn sie mit ihrer Wette auf Frankreich oder Deutschland tippen. Es folgen Spanien (etwa 6,50 Euro), Belgien (12 Euro) und England (13 Euro). Kaum Chancen werden den Teams aus Nordirland und Albanien eingeräumt, mit denen ein Spieler bei 1 Euro Einsatz satte 500 Euro Gewinn einstreichen könnte.

Zwei Stadien im Großraum Paris

Die zehn EM-Stadien sind über das ganze Land verteilt. Der Großraum Paris ist dabei doppelt vertreten. Zwölf der insgesamt 51 Spiele finden entweder im Heimstadion von Paris St. Germain, dem Prinzenparkstadion, oder im unmittelbar nördlich von Paris gelegenen und an das U-Bahn-Netz der Stadt angeschlossenen St. Denis statt. Hier befindet sich mit dem Stade de France mit einer Kapazität von 81.338 Zuschauern das größte Stadion des Landes. Es ist Austragungsort sowohl des Eröffnungsspiels als auch des Finales der EM 2016. Insgesamt werden im Stade de France vier Gruppenspiele und je eine Partie des Achtel- und des Viertelfinales sowie das Endspiel ausgetragen. Beide Stadien liegen nur etwa fünfzehn Kilometer auseinander.

Stadien im Norden Frankreichs

Im Norden des Landes sind die Städte Lille und Lens Austragungsorte von EM-Spielen. Das Stadion Stade Bollaert-Delelis des RC Lens ist dabei die einzige Spielstätte eines Zweitligisten. Trotzdem ist es mit einem Fassungsvermögen von 45.000 Zuschauern nicht das kleinste Stadion. Der OSC Lille trägt seine Ligaspiele im Stade Pierre-Mauroy aus, das eine Kapazität von 50.186 Zuschauern aufweist. In beiden Stadien finden je 4 Gruppenspiele und eine Achtelfinalbegegnung statt. In Lille wird zusätzlich eine Partie des Viertelfinales ausgetragen. Die Entfernung beider Stadien beträgt knapp 40 Kilometer.

Stadien im Osten des Landes

Der Osten Frankreichs wird bezüglich der EM-Stadien von den Städten Lyon und St. Etienne repräsentiert. Es sind die Spielstätten der beiden Erstligaklubs Olympique Lyon und AS Saint-Etienne. Das Stade des Lumières in Lyon ist dabei mit einer Kapazität von knapp 59.000 Zuschauern das drittgrößte des Landes. Dem Konzept, möglichst zwei eng beieinander liegende Stadien als Spielorte zu bestimmen, wurde auch hier Rechnung getragen. Die Entfernung zum Stade Geoffroy-Guichard in Saint-Etienne beträgt etwa 70 Kilometer.

Stadien im Südosten des Landes

Französische Côte d’Azur mit dem Hafen von Nizza

Bild: Der Hafen des EM-Spielortes Nizza an der Côte d’Azur
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Nizza an der Côte d’Azur und die Mittelmeerstadt Marseille gehören zu den landschaftlich schönsten Spielorten der EM. Laut Medienberichten sollen die Zimmerpreise in der Region während der EM um etwa 47 Prozent steigen. Während die Touristen die schöne Landschaft genießen, leiden die Fußballspieler eventuell unter den speziell in den Sommermonaten sehr heißen Temperaturen. Das Stade Vélodrome des Traditionsklubs Olympique Marseille ist mit einer Kapazität von 67.394 Zuschauern das zweitgrößte Stadion des Landes. Das Stadion Allianz Riviera (früher Grand Stade de Nice) ist dagegen mit einem Fassungsvermögen von 35.000 Zuschauern das kleinste EM-Stadion. Es ist das Heimatstadion des OGC Nizza. Beide Stadien liegen etwa 200 Kilometer voneinander entfernt.

Ansicht von Marseille mit Hafen

Bild: Blick über die Mittelmeerstadt Marseille mit Hafen, Frankreich
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Stadien im Süden des Landes

Der Süden Frankreichs wird bezüglich der Austragungsorte lediglich durch die Stadt Toulouse vertreten. Mit 41.000 Plätzen ist die Sportstätte des FC Toulouse das zweitkleinste Stadion der EM. Drei Gruppenspiele und eine Achtelfinalpaarung werden hier ausgetragen. Das Stadion war schon Austragungsort zweier Begegnungen bei der Weltmeisterschaft 1938. Da hier auch Rugbyspiele ausgetragen werden, entschieden sich die Verantwortlichen für einen Hybridrasen, der die jährlichen Nutzungsstunden von 800 auf 1200 erhöht. Dabei handelt es sich um eine Mischform von Kunst- und Naturrasen, bei der Naturrasen mit Matten aus Kunststoffrasen verwächst. Das Stade de la Mosson in Montpellier befindet sich ebenfalls im Süden und war noch zur WM 1998 Austragungsort von 6 WM-Spielen. Für die EM 2016 wurde es durch das Stadion in Lille ersetzt.

Stadien im Westen des Landes

Das Matmut Atlantique, auch bekannt unter dem Namen Nouveau Stade de Bordeaux, ist während der EM 2016 die einzige Spielstätte an der Westküste des Landes. Das Stadion wurde erst im Mai letzten Jahres eröffnet und nach zweieinhalbjähriger Bauzeit für 183 Millionen Euro fertiggestellt. Mit der Planung wurde das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron beauftragt, das auch schon die Münchner Allianzarena entworfen hatte. Das Fassungsvermögen beträgt gut 42.000 Zuschauer. Heimatverein Girondins Bordeaux gewann das Eröffnungsspiel am letzten Spieltag der Saison 2014/15 gegen HSC Montpellier mit 2:1. Das Stade de La Beaujoire in Nantes befindet sich ebenfalls im Westen und war noch zur WM 1998 Austragungsort von 6 WM-Spielen. Für die EM 2016 wurde es durch das Stadion in Nizza ersetzt.

Fazit

Frankreich ist vor allem bezüglich der Spielstätten gerüstet für die EM 2016. Mindestens 35.000 Zuschauer können die Spiele live im Stadion erleben. In der entscheidenden Phase ab dem Halbfinale fassen die Stadien in Lyon und Marseille sogar fast 60.000 Menschen. Das Endspiel im Stade de France in St. Denis werden schließlich 75.000 Zuschauer live erleben können.

Fußballstadien, die als Austragungsort für die Europameisterschaft 2016 in Frankreich bestimmt sind
Infografik: Frankreichkarte mit den zehn Spielorten der EM 2016