IPX-Schutzklassen erklärt: So findest du den besten Outdoor-Lautsprecher

Das Smartphone ist voll mit unseren Lieblingsplaylists – doch mal ehrlich: Sobald man mit Freunden im Park oder am Strand sitzt, kommt aus den kleinen Handylautsprechern einfach keine Stimmung auf. Für echte Party-Atmosphäre braucht es mehr als nur blechernen Sound. Die Lösung ist ein Outdoor-Lautsprecher. Aber bei der riesigen Auswahl stellt sich schnell die Frage: Welcher hält wirklich durch, wenn es drauf ankommt?
Die Bedeutung der IPX-Zertifizierung
Die Abkürzung IP steht für „Ingress Protection“ (Eindringschutz). Es handelt sich hierbei um einen weltweit gültigen Standard, der definiert, wie gut ein elektronisches Gehäuse gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser geschützt ist. Der Code besteht in der Regel aus zwei Ziffern.
Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper wie Staub oder Sand. Die zweite Ziffer gibt Auskunft über den Schutz gegen Wasser. Wenn eine der beiden Ziffern nicht getestet wurde oder für das Produkt nicht relevant ist, wird sie durch ein „X“ ersetzt. Da bei Bluetooth-Lautsprechern der Wasserschutz oft im Vordergrund steht, findet man häufig Bezeichnungen wie IPX4 oder IPX7. Das „X“ bedeutet in diesem Fall nicht, dass kein Staubschutz existiert, sondern lediglich, dass er nicht offiziell klassifiziert wurde.
Übersicht der relevanten IPX-Schutzklassen
Für den Endverbraucher ist es wichtig, zu wissen, was die jeweilige Zahl in der Praxis bedeutet. Nicht jeder Outdoor-Lautsprecher ist auch gleich wasserdicht. Die Skala reicht von einfachem Schutz gegen Tropfwasser bis hin zur Eignung für zeitweiliges Untertauchen.
Folgende Klassen sind bei mobilen Lautsprechern gängig:
- ● IPX4: Geräte mit dieser Zertifizierung sind gegen Spritzwasser aus allen Richtungen geschützt. Ein leichter Regenschauer oder Wasserspritzer beim Händewaschen stellen kein Problem dar. Das Untertauchen oder ein starker Wasserstrahl können jedoch zu Schäden führen. Dies ist der Mindeststandard für Geräte, die gelegentlich im Freien genutzt werden.
- ● IPX5: Hier ist der Schutz bereits höher. Das Gehäuse hält einem Wasserstrahl aus einer Düse aus jedem beliebigen Winkel stand. Das bedeutet, dass das Gerät theoretisch mit geringem Druck abgespült werden kann. Für den Einsatz bei stärkerem Regen ist diese Klasse gut geeignet.
- ● IPX6: Diese Klasse bietet Sicherheit bei starkem Strahlwasser. Das Gerät ist so konstruiert, dass auch bei starker Einwirkung von außen kein Wasser in schädlichen Mengen eindringt.
- ● IPX7: Dies ist eine der häufigsten Schutzklassen bei hochwertigen Outdoor-Lautsprechern. IPX7 zertifiziert, dass das Gerät für bis zu 30 Minuten bei einer Tiefe von maximal einem Meter in Wasser eingetaucht werden kann, ohne Schaden zu nehmen. Fällt der Lautsprecher ins Wasser, bleibt die Funktionstüchtigkeit also erhalten.
- ● IP67: Hier wird auch die erste Ziffer spezifiziert. Die „6“ steht für vollständigen Schutz gegen Staubeintritt. In Kombination mit der Wasserdichtigkeit der Klasse 7 ist dies der optimale Schutz für anspruchsvolle Umgebungen wie Baustellen oder Sandstrände, wo also nicht nur eine Gefahr durch eindringendes Wasser besteht.
Auswahlkriterien je nach Einsatzzweck
Die Wahl der jeweiligen Schutzklasse sollte immer von der Nutzung abhängig gemacht werden. Nicht jeder benötigt die höchste Schutzstufe, die für gewöhnlich auch mit einem höheren Preis einhergeht. Um eine eindeutige Kaufentscheidung zu treffen, hilft oft eine Übersicht über verschiedene Partyboxen, in der die technischen Spezifikationen direkt verglichen werden können.
- Garten und Terrasse
Wer den Lautsprecher überwiegend auf dem heimischen Balkon oder der Terrasse nutzt, ist mit der Schutzklasse IPX4 gut beraten. Das Risiko, dass das Gerät komplett im Wasser landet, ist gering. Der Schutz gegen Regen oder umkippende Getränke ist hier ausreichend.
- Camping und Wandern
Beim Camping ist man den Elementen stärker ausgesetzt. Ein plötzliches Gewitter oder hohe Luftfeuchtigkeit erfordern mindestens IPX5. Wer viel wandert, sollte zudem auf die erste Ziffer achten (z. B. IP67), da Staub und Schmutz in den Rucksack gelangen und die Anschlüsse verunreinigen können.
- Strand und Gewässer
Am Meer oder Badesee ist IP67 der Goldstandard. Feiner Sand ist für Elektronik oft gefährlicher als Wasser, da er in mechanische Teile eindringen und diese blockieren kann. Zudem besteht am Wasser immer die Gefahr, dass der Lautsprecher hineinfällt. Modelle mit IPX7 oder IP67 bieten hier die nötige Sicherheit. Einige Geräte sind zudem so ausbalanciert, dass sie an der Wasseroberfläche schwimmen, sodass sie leichter wieder gefunden werden und gleich keinen Schaden durch zu tiefes Eintauchen nehmen.
Tipps für den Umgang und die Pflege im Alltag
Ein zertifizierter Outdoor-Lautsprecher ist kein unzerstörbares Objekt! Die IPX-Klassen beziehen sich auf Laborbedingungen, meist unter Verwendung von Süßwasser. Im realen Alltag gibt es Faktoren, die diese Schutzwirkung beeinträchtigen können. Wer lange Freude an seinem Gerät haben möchte, sollte folgende Hinweise beachten.
→ Vorsicht bei Salzwasser und Chlor
Die Dichtungen und das Material der Lautsprecher sind nicht zwangsläufig resistent gegen Salzwasser oder chlorhaltiges Poolwasser. Salz kristallisiert beim Trocknen kann und Dichtungen porös machen oder Ladekontakte korrodieren lassen. Nach dem Einsatz am Meer oder im Pool sollte der Lautsprecher daher stets mit klarem Süßwasser abgespült und anschließend abgetrocknet werden.
→ Umgang mit Zubehör
Oft wird vergessen, dass angeschlossene Peripheriegeräte nicht denselben Schutzstandard aufweisen wie der Lautsprecher selbst. Wer sich schon einmal informiert hat und auf einer Seite über Partyboxen mit Mikrofon gelesen hat, wird wissen, dass gerade externe Mikrofone oder Kabelverbindungen Schwachstellen im System darstellen. Bei einsetzendem Regen sollten solche Zusatzgeräte sofort entfernt und sicher verstaut werden, um Schäden an den Anschlüssen zu vermeiden.
→ Temperaturschwankungen
Extreme Sonneneinstrahlung kann das Material der Dichtungen spröde machen. Auch wenn der Lautsprecher wasserdicht ist, sollte er nicht stundenlang in der prallen Sonne liegen, da die Hitze den Kleber der Dichtungen lösen und somit den Wasserschutz langfristig mindern kann. Ebenso kann starke Kälte die Akkulaufzeit temporär verkürzen.





