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Unterfranken: Online-Betrüger erbeuten mehrere hunderttausend Euro

vor 28 Tagen in Lokales
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Die unterfränkische Polizei warnt erneut eindringlich vor Online-Betrug mit Krypto-Währungen. Im aktuellen Fall hat ein 67-Jähriger aus dem Raum Aschaffenburg mehrere hunderttausend Euro verloren. Der Mann hatte 2018 einige zehntausend Euro an eine Fake-Onlineplattform überwiesen, als er sein Geld samt versprochener Rendite wiederhaben wollte, wurde er immer wieder hingehalten und vertröstet.

Ende 2020 meldeten sich die Betrüger dann wieder bei ihm – und gaben sich als „regierungsnahes Unternehmen“ aus. Angeblich würden sie den Opfern solcher unseriöser Plattformen helfen, wieder an ihr Geld zu kommen. Dazu sollte er zum einen weitere Online-Konten eröffnen, zum anderen ermöglichte er den Betrügern Zugriff auf sein Online-Banking. So konnten die Täter über einige Monate hinweg mehrere hunderttausend Euro erbeuten.

Die Polizei warnt daher nochmals eindringlich zur Vorsicht bei solchen Online-Trading Plattformen. Immer wieder lassen sich Kunden von extrem hohen Rendite-Versprechen blenden, deren Höhe nüchtern betrachtet völlig unrealistisch ist. Unterfrankenweit sind in diesem Jahr schon über 100 solcher Online-Betrugsfälle bekannt geworden, wenn auch nicht immer mit einem solch extrem hohen Schaden wie im Fall des 67-Jährigen.

Zur Vorbeugung solcher Straftaten, die Menschen oftmals um ihr ganzes Vermögen bringen, gibt die unterfränkische Polizei nachfolgende Verhaltenshinweise:

  • Vertrauen Sie Ihr Geld ausschließlich seriösen Anbietern an. Lassen Sie sich aussagekräftige Referenzen zeigen.
  • Nehmen Sie sich Zeit. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und zum Vertragsabschluss drängen.
  • Lesen Sie die AGBs des Anbieters genau durch und fragen Sie bei Unklarheiten gezielt nach.
  • Fragen Sie nach der Absicherung Ihrer Investition. Bestimmte Produkte (z.B. Inhaberschuldverschreibungen) sind beispielsweise nicht über einen so genannten Einlagensicherungsfonds abgesichert – das heißt, bei einer Insolvenz des ausgebenden Unternehmens sind diese Gelder verloren.
  • Holen Sie Vergleichsangebote anderer Anbieter ein.
  • Nutzen Sie den Service von Verbraucherzentralen und spezialisierten Anwälten (z.B. Fachanwälte für Kapitalmarktrecht) und lassen Sie die Ihnen vorliegenden Angebote prüfen.
  • Lassen Sie sich nicht von hohen Gewinnversprechen blenden. Der Aussicht auf einen hohen Gewinn (Rendite) steht immer ein hohes Risiko, bis hin zum Totalverlust, gegenüber.
  • Produkt-Zertifizierungen sind vor allem Werbemittel und bieten weder Gewähr für die Seriosität des Anbieters noch für risikolose Kapitalanlagen.
  • Achten Sie auf den Firmensitz. Unseriöse Anbieter von Anlageprodukten wählen ihren Geschäftssitz gerne im Ausland.
  • Werfen Sie einen Blick auf die Gesellschaftsform. Beispielsweise unterliegt eine als „Limited“ (Ltd.) geführte Gesellschaft mangels Stammkapital keinerlei Haftungsverpflichtung.
  • Beraten Sie sich mit einem Angehörigen oder Bekannten ihres Vertrauens vor einer möglichen Investition.
  • Lassen Sie keine Unbekannten Fernwartungen an ihrem Rechner durchführen, auch wenn dies eine vermeintliche Hilfestellung sein soll.
  • Investieren Sie nur in Anlagen die Sie auch verstehen.
  • Prüfen Sie genau, ob Sie ihr Geld auf ausländische Konten transferieren möchten - ein Rückgriff ist oftmals nicht oder nur sehr schwer möglich.
  • Auch wenn der Internetauftritt einer Plattform professionell erscheint, lassen Sie sich nicht täuschen. Die Täter nutzen professionelle Software, gaukeln Kursgewinne vor und bieten einen Service, wie Sie ihn auch von ihrer Hausbank kennen.
  • Lassen Sie sich nicht von vollmundigen Werbeversprechen blenden, auch wenn mutmaßlich Prominente in die Werbung eingebunden sind. Die Täter nutzen deren Konterfei oftmals illegal um eine gewisse Seriosität vorzugeben.