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Würzburg: 2020 viele Kirchenaustritte unter den Katholiken

vor 2 Monaten in Lokales
Die Decke des Würzburger Doms
Foto: pixabay.com

Die katholische Kirche im Bistum Würzburg hat im vergangenen Jahr erneut zahlreiche Mitglieder verloren. Wie das Bistum jetzt mitgeteilt hat, sind insgesamt rund 7.200 Menschen ausgetreten – und damit knapp 500 Menschen weniger als im Jahr zuvor. Insgesamt 125 Personen sind wieder- oder neu eingetreten. Damit sind aktuell knapp 54 Prozent der Unterfranken im Bistum Würzburg katholisch (706.099 Katholiken).

Das sind die Gründe für die Austritte

Gründe für die Austritte erklärte Bischof Franz Jung zum einen mit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen. Zum anderen sieht er einen Zusammenhang mit den Aufarbeitungsprozessen von sexuellem Missbrauch. Diese hätten zu Irritationen geführt und viele Mitglieder an der Glaubwürdigkeit der Kirche zweifeln lassen.

Durch die Pandemie lief im Bistum Würzburg letztes Jahr vieles nicht wie normalerweise. Geplante Taufen mussten verschoben werden – 2020 wurden rund 3.500 Menschen getauft und damit etwa 1.600 weniger als im Jahr vor Corona. Ebenso wurden viele Erstkommunionfeiern und Firmungen verschoben. Vor allem auch bei der Zahl der kirchlichen Hochzeiten ist ein deutlicher Einbruch durch die Pandemie sichtbar: Rund 420 Paare wurden letztes Jahr kirchlich getraut. Und damit gerade mal ein Drittel so viele wie im Jahr vor Corona. Auch die Sonntagsgottesdienste wurden von durchschnittlich knapp 30.000 Gläubigen weniger besucht (Gesamtzahl: im Schnitt rund 50.000 Gottesdienstbesucher). Hier seien aber viele Menschen auf Fernseh- und Onlineübertragungen ausgewichen.

Einzig die Zahl der kirchlichen Bestattungen nahm im vergangenen Jahr zu. Sie stieg um rund 100 auf gut 8.500.