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Würzburg: Aktion „Dienst-Tag für Menschen“ schreibt offenen Brief an Gesundheitsminister Lauterbach

vor 3 Monaten in Lokales
Das Logo der Aktion "Dienst-Tag für Menschen"
Logo: "Dienst-Tag für Menschen"

Sie wollen auf den akuten Notstand im Gesundheitswesen und in der Pflege aufmerksam machen – deswegen hat sich das bayerische Aktionsbündnis „Dienst-Tag für Menschen“ in einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach gewandt. Verfasst wurde er von vier Stiftungen aus Würzburg – unter anderem von der des Blindeninstituts.

Die Forderungen

Das Bündnis fordert eine grundlegende Finanzierungsreform des Gesundheits- und Pflegesystems – eine 35-Stunden-Woche, mehr Personal und weniger Bürokratie. Ganz nach dem Motto: Weg vom Leitprinzip der Wirtschaftlichkeit zurück zur Daseinsvorsorge, die als erstes den Menschen in den Blick nimmt.

Nicht erst die Corona-Pandemie habe den Personalnotstand aufgezeigt, so das Bündnis. Weil Fachkräfte fehlten, könnten auch viele Pflegebedürftige nicht mehr aufgenommen werden.

Bündnis prangert Lauterbach an

Die Forderungen sind nicht neu: Bereits vor der Bundestagswahl 2021 hatte das Bündnis regelmäßig auf die schlechten Rahmenbedingungen aufmerksam gemacht – so fanden unter anderem in Würzburg regelmäßig dienstags Demonstrationen statt.

Jetzt – über vier Monate nach der Bundestagswahl – prangert das Bündnis den Bundesgesundheitsminister an: Es sei immer noch nichts passiert, obwohl den politischen Verantwortlichen die Problematik schon lange bestens bekannt sei.

Positionspapier als Gesprächsgrundlage

Laut der Initiatoren sei eine ehrliche politische Debatte darüber nötig, wie es um die Pflege in Deutschland wirklich stehe. In einem Positionspapier hat das Aktionsbündnis konkrete Verbesserungsvorschläge veröffentlicht – wie beispielsweise das Verbot, Gewinne durch Gesundheits- und Sozialleistungen zu erzielen und auszuschütten. Damit macht das Bündnis dem Bundesgesundheitsminister ein Gesprächsangebot.

Das Aktionsbündnis „Dienst-Tag für Menschen“

Das Bündnis setzt sich für bessere Rahmenbedingungen in der Pflege, dem Gesundheitswesen und der Behindertenhilfe ein. Initiiert wurde es von den Würzburger Stiftungen des Blindeninstituts, des Bürgerspitals und des Juliusspitals. Inzwischen beteiligen sich bayernweit rund 30 Einrichtungen und Organisationen. Unter dem Motto „Dienst-Tag für Menschen“ hat das Bündnis in über 80 Demonstrationen bis zur Bundestagswahl im September 2021 regelmäßig dienstags demonstriert.