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Würzburg: Angreifer sitzt in Untersuchungshaft

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vor 2 Monaten in Lokales
Die Pressekonferenz mit Innenminister Herrmann
Foto: Funkhaus Würzburg

Der mutmaßliche Messer-Angreifer von Würzburg sitzt in Untersuchungshaft. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstagnachmittag bekanntgegeben haben hat der Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen dreifachen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung erlassen. Der 24-Jährige Somalier wurde inzwischen in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt untergebracht.

Das Ermittlungsverfahren liegt nun beim Landeskriminalamt. Der Einsatz wird bei der Polizei als "Amok-Lage" geführt.

Täter schweigt

In einer Vernehmung hat der Angreifer, laut Polizei, keine Angaben zur Sache gemacht. Damit laufen nun weiter die Ermittlungen zum Motiv des Mannes. Ein islamistischer Hintergrund scheint aber wahrscheinlich und auch eine psychische Erkrankung des Mannes steht im Raum. Polizeipräsident Gerhard Kallert bestätigte aber, dass es mehrfache Rufe "Alahu Akbar" (arabisch für "Gott ist groß") gehört wurden. Dies hätten ein Kaufhausdetektiv und auch Polizeibeamte vor Ort bestätigt.

Bekannt ist, dass der Mann 2015 nach Würzburg kam. Er hält sich sich im Rahmen eines Asylverfahrens legal in Deutschland auf. Zuletzt lebte er in einer städtischen Obdachlosenunterkunft in Würzburg. Straffällig war er zuvor nicht geworden. Im Jahr 2021 ist er aber dann mehrfach auffällig geworden. So soll er im Rahmen eines Streits mit Mitbewohnern und Verwaltern der Obdachlosenunterkunft zu einem Messer gegriffen, dieses dann aber nicht eingesetzt haben. Des weiteren war er mit einem Autofahrer in Würzburg in Streit geraten. Nach diesen beiden Vorfällen wurde er jeweils in psychiatrische Behandlung eingewiesen. Beim zweiten Mal wurde er jedoch nach einem Tag, "ohne Behandlungsbedarf" wieder entlassen.

Im Rahmen einer Durchsuchung seiner Wohnadresse in der Obdachlosenunterkunft wurde Beweismaterial sichergestellt. Darunter ein Handy und mögliche Hassschriften. Die Auswertung hierzu läuft aktuell noch.

Angaben zu den Opfern

Die Polizei hat zudem weitere Informationen zu den drei Todesopfern mitgeteilt. Es handelt sich um drei Frauen im Alter von 25, 49 und 82 Jahren. Die fünf schwerverletzten Personen sind zwischen 11 und 57 Jahre alt. Eine Person schwebe noch in Lebensgefahr, drei Personen seien stabil. Davon wurden zwei Leichtverletzte mittlerweile aus der Klinik verlassen.

Mittlerweile haben sich die Rettungsorganisationen auch zu Wort gemeldet. Sie sprechen von einer guten Zusammenarbeit. Insgesamt seien 9 Notärzte im Einsatz gewesen. Sie ernteten heute im Laufe des Tages schon viel Lob von Seiten der Politik – unter anderem von Bayerns Innenminister Herrmann und Bayerns Ministerpräsident Söder.

(Diese Meldung wird laufend aktualisiert)