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Würzburg: „Jetzt ist nicht die Zeit für Panik wegen Delta-Variante“

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vor 2 Monaten in Lokales
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„Jetzt ist nicht die Zeit für Panik wegen Delta-Variante!“ Das hat Infektiologe August Stich in einem Gespräch erklärt. Er schließt sich damit Kassenarzt-Chef Gassen an. Die Delta-Variante sei demnach wahrscheinlich nicht gefährlicher als andere Corona-Varianten, führe also nicht zu schwereren Verläufen. Leichter übertragbar soll Delta aber sein. Abschließende Studienergebnisse fehlten aber noch. Generell müssten sich die Menschen darauf einstellen, dass weitere Corona-Varianten auftreten könnten, betont Stich. Das Virus versuche so den Menschen auszutricksen. Umso wichtiger sei es, nun die Hygienemaßnahmen beizubehalten und die Impfungen voranzutreiben. Nicht-Impfwillige müssten überzeugt werden. Vor allem mit dem Argument, dass sie auch vor Infektionen mit Mutanten geschützt seien und damit einen Beitrag für alle leisteten.

Impfstoffe sollen wirken:

Die Corona-Impfstoffe sollen – so der aktuelle Stand – aber sowohl gegen die Delta-Variante als auch gegen andere Mutanten – wirken, teils vermutlich aber schwächer als gegen die Urform des Virus. Vollständig Geimpfte, die sich infizieren und schwer erkranken, werden eine Ausnahme bleiben, erklärte Stich.

Vorbereitung auf Herbst:

Schon jetzt müssen laut Stich die Vorbereitungen für den Herbst anlaufen. So sei es jetzt an der Zeit kluge Konzepte für den Umgang mit der Pandemie zu entwickeln. Auch sollten die mit allen Beteiligten – etwa dem Gesundheitsamt – abgesprochen werden. Menschen dürften durch die Maßnahmen nicht zusätzlich belastet werden. Stich selbst hat eine Idee für ein solches Konzept, wollte diese aber nicht nennen.

Das Robert-Koch-Institut geht am Donnerstag davon aus, dass fast die Hälfte der Corona-Neuinfektionen in dieser Woche auf die Delta-Variante zurückzuführen sind. Zahlen zum jeweiligen Anteil am Infektionsgeschehen liegen aus der Region nicht vor. Stich vermutet, dass die Ausbreitung in Würzburg ähnlich sein wird. Aktuell nachgewiesene Fälle an der Gesamtzahl der bisher nachgewiesenen Mutationsfälle:

Stadt Würzburg: 11/1.140

Landkreis Würzburg: 21/1.040

Main-Spessart: 3/1.290

Kitzingen: 24/741

In allen Regionen sind bisher vor allem britische Mutationen aufgetreten.