Anzeige

Würzburg: Kinder waren bislang keine Treiber der Corona-Pandemie

vor 3 Monaten in Lokales
Kindergartenkinder mal an einem großen Holztisch mit Buntstiften
Foto: pixabay.com

Kinder waren keine Treiber in den ersten Wellen der Corona-Pandemie. Das haben die bayerischen Universitätskliniken in einer Langezeitstudie herausgefunden – mit dabei war das Uniklinikum Würzburg.

Ziel der Studie „Covid Kids Bavaria“ war es, die Bedeutung von Grundschulen, Kindergärten und Kitas für die Ausbreitung des Virus zu untersuchen. Seit 2020 wurde das Infektionsgeschehen in diesen Bereichen erforscht – jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Demnach weisen die Daten von insgesamt über 2.500 Kindern sowie 1.200 Lehrkräften und Betreuern klar darauf hin, dass Kinder bislang keine Treiber der Pandemie waren. Daneben bestand auch kein erhöhtes Infektionsrisiko durch den regelmäßigen Besuch der Einrichtungen.

Nach Angaben des Würzburger Uniklinikums seien die Ergebnisse der Studie wesentlich in die Entscheidung der bayerischen Staatsregierung eingeflossen, dass Kinderbetreuungseinrichtungen während der Pandemie soweit irgend möglich offen bleiben müssen. Denn: Frühkindliche Bildung in Kitas sowie Präsenzunterricht in Grundschulen seien auch nach zwei Jahren Pandemie weiterhin hochrelevant.

Die aktuelle Omikron-Welle ist in dieser Studie noch nicht berücksichtigt. Wie berichtet, verbreitet sich das Virus inzwischen auch vermehrt unter den Kindern. Hintergrund sei unter anderem, dass sich Omikron-Variante eher im Nasen- und Rachenraum ansiedle und weniger in den tiefen Atemwegen, so der Würzburger Infektiologe August Stich. Dadurch infizieren sich mehr Jüngere, außerdem verbreiten sie es damit eher.

Der Würzburger Beitrag zur Studie

Im Zuge der Studie führte das Uniklinikum im Oktober und Dezember 2020 sowie im März 2021 bei insgesamt 430 Kindern sowie 188 Betreuern Rachenabstriche durch. Dabei wurden nur ein Kind und ein Erwachsener positiv getestet.

Außerdem versandte die Klinik frankenweit Fragebögen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität der Kinder. Die gewonnen Daten zu den psychologischen und sozialen Auswirkungen der Pandemie sind noch in der Auswertung.