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Würzburg: Reaktionen zum neuen Kirchen-Arbeitsrecht

23.11.2022, 16:35 Uhr in Lokales
Die Decke des Würzburger Doms
Foto: pixabay.com

Die Deutsche Bischofskonferenz hat am Dienstag in Würzburg den Leitfaden für das Arbeitsrecht der Katholischen Kirche reformiert.

Der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose begrüßt die Änderungen grundsätzlich. Der Geistliche, der Teil der Initiative #OutInChurch ist, sieht aber noch einen langen Weg hin zu einer Kirche, die nicht nur frei von Diskriminierung ist, sondern sich auch aktiv für Vielfalt einsetzt.

Die Neufassung der Grundordnung des kirchlichen Dienstes stärkt vor allem die Rechte von homosexuellen und geschiedenen Beschäftigten. Kritik an den Beschlüssen der Bischofskonferenz kommt unter anderem von der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK).

So seien Trans- und Inter-Personen, also Menschen deren sexuelle Identität nicht in das binäre Mann-Frau-Schema passt, nicht berücksichtigt worden. Auch für sie brauche es die Sicherheit, dass die sexuelle Identität arbeitsrechtlich keine Rolle spiele, bzw. kein Kriterium gegen eine Anstellung bei der Katholischen Kirche sei.

Auch der Antidiskriminierungsbeauftragten des Bundes Ferda Ataman gehen die Beschlüsse nicht weit genug. Die sogenannte „Kirchenklausel“ im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz müsse geändert werden, sagte sie am Mittwoch. „Anforderungen an die Religionszugehörigkeit oder an die Lebensweise von Mitarbeitenden sollte es zukünftig nur noch im engsten Verkündungsbereich geben.“

Damit der Beschluss wirksam wird, müssen die einzelnen Bistümer die Neuordnung in geltendes diözesanes Recht umsetzen. Das Bistum Würzburg hat bereits angekündigt, dass im ersten Quartal 2023 umzusetzen.

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