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Würzburg: Stadträte schalten sich in Tarifstreit ein

16.05.2024, 14:45 Uhr in Lokales
Der Eingang des ZIM/ZOM der Uniklinik Würzburg
Foto: Universitätsklinikum Würzburg

Seit mehreren Wochen streiken die Beschäftigten der Service-Gesellschaft der Uniklinik in Würzburg. Das ruft jetzt parteiübergreifend Stadträte auf den Plan. Für die Stadtratssitzung am Donnerstag haben sie per Eilantrag eine Resolution eingebracht.

Die Stadt soll sich dabei solidarisch mit Streikenden zeigen und auf das Grundrecht von Streiks und Gewerkschaftsarbeit pochen. Zudem soll sie sich bei der Staatsregierung dafür einsetzen, dass es zu einer Aufnahme von Tarifverhandlungen kommt.

Die Mitarbeiter der Service-Gesellschaft fordern, nach demselben Tarif wie der öffentliche Dienst in Bayern bezahlt zu werden – also wie die Beschäftigten der Uniklinik selbst. Laut der Resolution sei es von Seiten der UKW Servicegesellschaft bereits zu Einschüchterungen gegenüber Streik-Beteiligten gekommen. Auch Listen mit Solidaritäts-Unterschriften an der Uniklinik seien konfisziert und den Klinik-Mitarbeitern die Unterschrift untersagt worden, so die Behauptung.

Die Uniklinik weist in einer Stellungnahme die Vorwürfe zurück: Weder sei Mitarbeitern eine Unterschrift verboten worden, noch sei dem UKW bekannt, das Unterschriften-Listen konfisziert wurden. Generell gelte für den gesamten Bereich des Klinikums, dass keine Petitionen ausgelegt werden dürfen, dies habe auch schon bei früheren Streiks gegolten. Üblicherweise würden die Unterschriftenlisten im Streiklokal oder einem Streikzelt ausgelegt, dies sei durch das Streikrecht geschützt und liege damit nicht im Zuständigkeitsbereich der Uniklinik.

Zudem weist die Uniklinik daraufhin, dass für die Mitarbeiter der Service-Gesellschaft bereits ein Tarifvertrag gelte. Wegen der Kernaufgabe sei das der Tarifvertrag für das Gebäudereiniger Handwerk. Deswegen gebe es aus Sicht des UKW auch keinen Anlass für eine neue Tarifverhandlung.

Bei der Gründung der Service-GmbH seien verschiedene Dienstleistungen, die an externe Firmen vergeben waren, schrittweise unter dem Dach der Service-GmbH gebündelt worden. Ziel sei es gewesen, die Leistungen wirtschaftlich erbringen zu können, gleichzeitig als Uniklinik aber auch Einfluss auf die Qualität der geleisteten Arbeit zu haben.

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