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Würzburg/Bayern: Messerattacke – Zahl der Verletzten gestiegen

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vor 20 Tagen in Lokales
Ein polizeiauto bei messerangriff in wuerzburg 2506

Bei der tödlichen Messerattacke in Würzburg sind mehr Menschen verletzt worden als bisher bekannt. Innenminister Hermann sprach im Innenausschuss des Landtags am Mittwoch von insgesamt neun Verletzten, hinzugekommen seien zwei weitere Leichtverletzte im Alter von 38 und 52 Jahren. Es starben insgesamt drei Frauen. Eine 24-jährige Getötete ist am Mittwoch in Partenstein im Landkreis Main-Spessart beigesetzt worden. Die Polizei hatte wegen der Lage des Grabes teils Straßen gesperrt. Generell sei der Gottesdienst ruhig verlaufen.

Abschieben oder Haft-Strafe?

Der 24-jährige Somalier stand in Deutschland unter subsidiärem Schutz – er hielt sich also legal hier auf. Der Mann konnte wegen der unsicheren Lage in seinem Heimatland nicht abgeschoben werden. Von dort war er 2015 geflüchtet. Innenminister Herrmann geht davon aus, dass er bei einer Verurteilung – unter anderem wegen mehrfachen Mordes – nicht abgeschoben werde. Der Grund: In Somalia könne eine Verbüßung der Rechtsstrafe nicht zugesichert werden. Das sei den Angehörigen der Opfer schwer vermittelbar.

Ermittlungen weiter ohne konkrete Ergebnisse:

Das LKA ermittelt aktuell gemeinsam mit der Würzburger SOKO Main. Neuste Erkenntnisse zum Motiv des Mannes gibt es noch nicht. Derzeit würden noch die zwei Handys des 24-jährigen Somaliers ausgewertet. Die Ermittler gehen weiter davon aus, dass eine islamistische Tat naheliege, Beweise dafür gebe es aber noch nicht. Auch eine psychische Erkrankung des Mannes könnte für die Tat verantwortlich sein. Der Mann konnte in Untersuchungshaft noch nicht vernommen werden, sein Verteidiger erklärte, er sei nicht vernehmungsfähig. Der Somalier war schon zuvor mehrfach wegen psychischer Auffälligkeiten in Behandlung. Zuletzt elf Tage vor der Tat.