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Würzburg: Prozess um Juwelenraub vor schnellem Abschluss

30.01.2026, 05:30 Uhr in Lokales
Der Tatort rund um den Juwelier in der Würzburger Domstraße ist von der Polizei abgeriegelt.
Foto: privat

Der Prozess um den spektakulären Juwelierraub an Fasching 2025 in Würzburg geht wohl zügig zu Ende. Möglich macht das auch eine Verfahrensabsprache: Im Gegenzug für ihr Geständnis wurde der Angeklagte eine Strafe zwischen drei und vier Jahren Haft zugesichert.

Bislang hatte sich die Angeklagte ahnungslos gegeben, sie sei mit einem der Männer liiert gewesen und nur nach Würzburg gekommen, um Fasching zu feiern. Nach der Verfahrensabsprache räumte sie dann doch ein, Komplizin der beiden noch flüchtigen Haupttäter gewesen zu sein. Sie habe auch im Vorfeld von dem Überfall gewusst. Bei der Tat hatten die beiden Männer Uhren und Schmuck für rund eine Million Euro erbeutet.

Nach den Ermittlungen der Polizei hatte die Frau unter anderem geholfen, den Tatort auszukundschaften. An der Tat selbst war die Angeklagte nicht beteiligt. Sie soll die beiden Männer aber unterstützt haben. Beispielsweise dabei, die Beute von einem Hotelzimmer zum Fluchtauto zu bringen.

Am Freitag steht der nächste Verhandlungstag an, bereits Anfang kommender Woche könnte das Urteil fallen.

Der Raubüberfall hatte vor allem durch seine Brutalität und Dreistigkeit für bundesweites Aufsehen gesorgt. Die Täter hatten nach Ladenschluss zwei Mitarbeiterinnen zu Hause als Geiseln genommen, um an den Geschäftsschlüssel zu kommen. Weil beide keinen Schlüssel hatten, mussten sie mit den Tätern quer durch Würzburg zu einem dritten Angestellten laufen, der tatsächlich einen Schlüssel besaß.

Auch dann war das Martyrium der Frauen nicht beendet. Sie mussten die beiden Täter zurück zu dem Juweliergeschäft begleiten und dort ausharren, während die beiden Männer rund 160 Uhren und Schmuckstücke einpackten. Erst danach wurden sie schließlich am Marktplatz freigelassen.