Würzburg: Wahrheitsfindung im Halemba Prozess bleibt schwierig

Hat sich AfD-Landtagsmitglied Daniel Halemba strafbar gemacht oder nicht – die Wahrheitsfindung beim Prozess in Würzburg bleibt weiter schwierig. Am Donnerstag wurde ein heute 24 Jahre alter Mann als Zeuge gehört, der mit Halemba in einer Burschenschaft war.
Die Anklage geht davon aus, dass der Zeuge von Halemba unter Druck gesetzt wurde, im Ermittlungsverfahren nicht auszusagen. Das wies der Zeuge aber zurück: Kurz vor der Vernehmung hätten zwar Mitglieder der gemeinsamen Burschenschaft ein Verhör mit ihm simuliert, um ihn vorzubereiten. Dabei sei er aber nicht genötigt worden, er könne sich auch nicht erinnern, ob Halemba mit dabei war.
Eine Mitbewohnerin des Zeugen hatte bei den Ermittlern dagegen ausgesagt, sie habe dieses simulierte Verhör als laut und bedrohlich empfunden. Dabei soll auch der Satz „Du machst keine Aussage“ gefallen sein.
Am Mittwoch hatte ein Zeuge ausgesagt, Halemba und ein mitangeklagter Mann hätten 2023 parteiintern Druck auf eine Parteifreundin aufgebaut. Die Frau habe als Gegenspielerin Halembas gegolten. Damals hatte der Mann auf einem AfD-Parteitag von Bedrohungen durch Halemba gegen ihn berichtet. Vor Gericht wollte er die Vorwürfe nicht mehr wiederholen.
Schon letzte Woche hatte die Aussage eines anderen Zeugen für eine Überraschung gesorgt. Im Vorfeld des Prozesses soll der Rechtsanwalt bei den Ermittlern mehrfach von einem nächtlichen Besuch Halembas an der Tür seiner Kanzlei berichtet und von einer möglichen Straftat gesprochen haben. Vor Gericht spielte der Jurist das als Bagatelle herunter.
Der Mann kandidiert aktuell gemeinsam mit Halemba auf der AfD-Liste für den Würzburger Stadtrat. Auf Nachfrage der Richterin hatte der Jurist vor Gericht einen Zusammenhang mit zwischen der Kandidatur und seinem geänderten Aussageverhalten zurückgewiesen.





