Uni fertig und dann? Als Absolvent den Weg in die Berufswelt finden

vor 4 Jahren in Service, Anzeige
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Anfang August dieses Jahres wurden die besten Absolventen der FHWS Würzburg-Schweinfurt für ihre herausragenden Studienleistungen geehrt. Diesen Jahrgangsbesten wird der Einstieg in den Job wahrscheinlich relativ leicht fallen – zumal viele von ihnen aus technischen Studienfächern kommen. Gleich zu Beginn ihres Berufslebens einen wirklich lukrativen Job zu ergattern, wird sich allerdings für viele ihrer Kommilitonen schwieriger gestalten: Neben der naturgemäß fehlenden Berufserfahrung ist es vor allem die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, die den Einstieg in die Berufswelt verzögert.

Verschiedene Optionen in Erwägung ziehen

Knapp 95 Prozent aller Hochschulabsolventen finden eine Stelle. Wer ein geisteswissenschaftliches Studium oder sogar ein sogenanntes Orchideenfach wie beispielsweise Altorientalistik absolviert hat, braucht dafür zwar meist etwas länger als jemand aus einer technischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Fachrichtung. Doch statistische Auswertungen zeigen, dass auch sie normalerweise innerhalb eines Jahres irgendwo unterkommen. Wer während seines Studiums Praktika gemacht oder als Werkstudent gearbeitet hat, weiß nicht nur schon, wie die Arbeitspraxis aussieht, sondern hat im besten Fall schon ein kleines berufliches Netzwerk geknüpft. Arbeitgeber wissen das zu schätzen: Studenten, die bereits in irgendeiner Form in einem Unternehmen tätig waren, haben bessere Chancen, relativ schnell eine (gut dotierte) Einstiegsposition zu finden. Die Berufschancen durch Praktika nach dem Uniabschluss zu erhöhen, ist Experten zufolge hingegen der falsche Weg. Praktika sollen nämlich der beruflichen Orientierung während des Studiums dienen. Viele Hochschulabsolventen, die sich auf ein solches Arbeitsverhältnis einlassen, finden sich außerdem oft mit viel zu niedrigen Gehältern ab. Letztlich drücken sie damit das Gehalt aller ähnlich qualifizierten Bewerber. Wer innerhalb eines Jahres trotz zahlreicher Bewerbungen keine Stelle gefunden hat, sollte nach den Gründen forschen: Das können überzogene Gehaltsvorstellungen oder fehlende Fachkenntnisse sein – oft gibt es auch einfach zu viele ähnlich oder sogar besser qualifizierte Bewerber. Bessere Chancen hat man dann eventuell in einer kleineren Firma oder einem Start-up. Viele Firmen bieten außer einem Direkteinstieg auch Traineestellen, Honorarverträge oder eine projektbezogene Mitarbeit an. Den Einstieg in den Journalismus kann man zum Beispiel über ein Volontariat schaffen.

Das Bewerbungsgespräch: Vorbereitung ist alles

Wer es ins Bewerbungsgespräch schafft, hat die Hälfte des Weges bereits hinter sich. Schließlich hat dem potenziellen Arbeitgeber das Profil des Bewerbers so gut gefallen, dass er sich Zeit für ein persönliches Gespräch nimmt. Diese Vorgehensweise eignet sich zur Vorbereitung: im Vorfeld über das Unternehmen informieren, die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten rekapitulieren, einen möglichen Gesprächsverlauf mit jemanden durchspielen und vor allem pünktlich sein. Zwar kann der Dresscode je nach Branche und Unternehmenskultur variieren, doch mit dieser Kleidung machen Hochschulabsolventen bestimmt nichts falsch: Die Herren kommen in einer hochwertigen Hose und einem gut geschnittenen Hemd zum Gespräch – Modelle in businesstauglichen, gedeckten Farben mit Kent- oder Button-down-Kragen eignen sich am besten. Frauen tragen eine klassische, gerade geschnittene Hose oder einen knielangen, nicht zu engen Rock – diese Modelle beispielsweise haben die richtige Form, Länge und Farbe. Je nach Unternehmen und angestrebter Position passt dazu ein Blazer, eine Bluse oder ein schlichter Pullover.

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