Der Umgang mit Cannabis wird in den Ländern dieser Welt höchst unterschiedlich gehandhabt. Während manche Länder den medizinischen Gebrauch nach und nach legalisieren, bleibt Cannabis als Rauschmittel in den meisten Ländern illegal. Im vergangenen Jahr legalisierte Kanada als weltweit zweites Land nach Uruguay den Umgang mit Cannabis komplett. Welche Auswirkungen hatte diese Legalisierung und wäre eine solche Entwicklung auch in Deutschland möglich?

Gesetzliche Regelung

Seit Oktober 2018 dürfen erwachsene Kanadier legal Cannabisprodukte erwerben, besitzen und konsumieren. Im Gegensatz zu Deutschland liegt die Volljährigkeit in Kanada allerdings bei 19 anstatt 18 Jahre. Für minderjährige bleibt der Erwerb weiterhin illegal. Schon im Wahlkampf 2015 war die Legalisierung von Cannabis als Rauschmittel ein zentrales Wahlkampfthema, vor einem Jahr konnte Justin Trudeau sein Versprechen als Premierminister also einlösen. Mitführen dürfen über 19-Jährige eine Menge von maximal 30 Gramm. In der Öffentlichkeit ist das Konsumieren von Cannabis überall dort erlaubt, wo auch Zigaretten geraucht werden dürfen. Der Abgabepreis pro Gramm Cannabis liebt im Schnitt bei 10 kanadischen Dollar, was etwa 7 Euro entspricht.

Der Handel wird über staatlich lizenzierte Abgabestellen organisiert. Neben klassischen Coffeeshops, welche als Verkaufsstellen fungieren, können volljährige Freizeitkonsumenten auch ganz bequem im Internet bestellen und bekommen die Ware umgehend nach Hause geliefert. Die jeweiligen Plattformen sind entweder eigens vom Staat oder werden von lizenzierten Händlern betrieben.

Negative Nebeneffekte

Auf der einen Seite ist die Legalisierung und damit Entkriminalisierung von Cannabis begrüßenswert. Allerdings lässt sich nicht ausschließen, dass die Erwartungen der Regierung auch erfüllt werden können. Einer Studie zufolge konsumieren in keinem anderen Land so viele Jugendliche Cannabis wie in Kanada. Ziel der kanadischen Regierung war und ist es, durch die vollumfängliche Legalisierung Jugendlichen vor allem den Zugang zu Cannabis zu erschweren, da illegale Dealer Konkurrenz bekommen würden. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass neben dem legalen Handel auch weiterhin ein Schwarzmarkt bestehen bleibt, der Minderjährige nicht vom Erwerb abhalten kann. Ein negativer Begleiteffekt der kompletten Legalisierung geht auf Kosten von medizinischen Cannabis-Konsumenten. Durch die erhöhte Nachfrage von Freizeitkonsumenten ist es zwischenzeitlich bereits zu Lieferengpässen gekommen. Mehr zu dieser Problematik kann man hier nachlesen.

Wäre eine Legalisierung auch in Deutschland denkbar?

Zunehmend mehr Ländern lockern ihre Gesetze in Bezug auf den Umgang mit Cannabis. So wird es beispielsweise auch in Deutschland bei Schmerzpatienten vermehrt erleichtert, entsprechende Cannabisprodukte für ihre chronischen Schmerzen zu erhalten. Ob zukünftig eine teilweise oder komplette Legalisierung auch in Deutschland umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. Vor allem die erwähnten Wechselwirkungen mit der Versorgung von Freizeitkonsumenten und medizinischen Patienten ist ein Aspekt, der in diesem Zusammenhang unbedingt beachtet werden muss. Auch effektive Möglichkeiten, den Schwarzmarkt einzudämmen und somit die illegale Versorgung verhindern, ist ein wichtiger Aspekt. Langfristig stehen die Chancen für eine Legalisierung in Deutschland nicht schlecht, zahlreiche Länder präsentieren eigene Konzepte. In absehbarer Zeit wird es das Thema aber wohl kaum in die politische Debatte in Deutschland schaffen.

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