Huawei ist auf dem Smartphone-Markt schon lange als starke Nr. 3 hinter Samsung und Apple bekannt. In Folge des Telekommunikations-Notstands-Dekrets, das die US-Regierung im Zuge ihres Handelskrieges gegen China erlassen hat, müssen die Smartphones von Huawei jedoch zur Zeit ohne Google-Software auskommen, was dem chinesischen Unternehmen einen schweren Stand am Markt verschafft. Anlass zu einem Blick auf Nachfrage und Preise der neuen Flaggschiffe von Huawei, deren Release jetzt gut zwei Monate zurückliegt:

Am 26. März 2020 hat Huawei mit den P40 eine ganze Reihe von Premium-Smartphones herausgebracht – würdige Nachfolger des Mate 30 Pro, allerdings ohne Google-Dienste. Damit müssen die Nutzer auf Einiges verzichten: Gmail und Google Maps, YouTube-App und Spotify – alles Google-Anwendungen, die sich eventuell über Tricks, aber nicht ganz einfach nachinstallieren lassen. Auch manche Banking-App kann nur eingeschränkt oder gar nicht genutzt, der Google Play Store kann durch die Huawei App Gallery auch nicht vollumfänglich ersetzt werden.

Die neue P40-Reihe ohne Google: Mangelndes Nutzerinteresse macht die Smartphones schnell zum Schnäppchen

Die 2020-er Huawei P-Reihe bietet die Einsteigermodelle P40 lite und P40 lite E, das Mittelklasse-Smartphone P40 lite 5G (größeres Display, bessere Auflösung) und zwei High-End-Smartphones: Das Huawei P40 mit schneller Hardware und guter Ausstattung, und das noch stärkere P40 Pro.

Eigentlich ist für jeden etwas dabei, und doch übertrifft der Preisverfall die Vorjahreserfahrungen, bei denen auch schon ein recht schneller Preisverfall der Huawei-Premium-Smartphones zu beobachten war. Das P20 ließ zwei Monate nach Release etwa 20 Prozent im Preis nach, das Huawei P30 war nach einem Jahr rund 27 Prozent günstiger; das P40 war schon zwei Monate nach Ausgabe für einen Preis zu haben, der 29 Prozent unter der UVP (Unverbindliche Preisempfehlung) von 799 Euro liegt.

Bereits Ende Mai dieses Jahres tauchten die ersten Angebote unter 600 Euro auf; in der Grafik zeigt sich der fast ruckartige Preisverfall deutlich:

Grafik: idealo

Dabei blieb der Preis des P40 zunächst ein paar Wochen stabiler als der der Vorgänger, begann aber schon nach gut einem Monat seine rapide Abwärtsfahrt. Rechnet man mit absoluten Zahlen, stellt sich der Preisverlust beim P40 noch dramatischer dar: Seit Ende Mai ist das P40 etwa 230 Euro unter UVP zu haben – und verlor damit 100 Euro mehr als das P20 zu dieser Zeit.

Trotz gewaltigem Preisverfall: Ohne Google kaum Nachfrage

Obwohl das P40 so kurz nach Veröffentlichung so günstig verkauft wird, wollen gerade einmal 6 Prozent der Nutzer das Kern-Modell der neuen Serie haben. Das P30 wurde zu dieser Zeit etwa 15 mal so viel nachgefragt, das P20 im Vergleichs-Zeitraum 2018 mehr als 16 mal so viel.

Es scheint ziemlich sicher, dass das Fehlen der Google-Anwendungen der Hauptgrund für die geringe Nachfrage ist, weil sich das P40 in Bezug auf Hardware und Ausstattung keinesfalls zu verstecken braucht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, für wen sich der Kauf des Huawei P40 lohnt.

Hier einige Hinweise dazu:
 

Das P40 enthält eine beachtliche Kameratechnik: Eine Kamera mit einer Auflösung von 50 Megapixel, eine Ultraweitwinkel-Kamera und ein Teleobjektiv, das dreifachen optischen Zoom ermöglicht. Die Bildqualität wurde bereits getestet und für „sehr gut“ befunden.

Die Größe von 6,1 Zoll ist praktisch und handlich, das Smartphone unterstützt bereits 5G-Mobilfunk, der Akku zeigt sich mit 4.200 mAh wirklich ausdauernd und verfügt zudem über eine Schnellladefunktion – ein schönes Smartphone und beim aktuell zu beobachtenden Preisverfall sicher schon jetzt als Schnäppchen einzuordnen.

Abgesehen vom Google-Problem ist das P40 ein höchst leistungsfähiges, modernes Smartphone – und damit eine echte Kaufoption für alle, die keine Scheu vor umständlicher Software-Nachrüstung haben oder sich ohnehin lieber ohne Google-Dienste und Online-Banking übers Smartphone durchs Leben bewegen.  

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