Die beiden großen Spielautomaten-Hersteller Merkur und Novoline haben die Reißleine gezogen und bieten ihre Spiele in Online Casinos nicht mehr für den deutschen Markt an. Rechtlich betrachtet bewegen sich viele Online Glücksspielanbieter in Deutschland seit jeher in einer gesetzlichen Grauzone. Wie wir bereits berichteten, fehlt es hierzulande an einer guten Struktur und Ordnung. Bis auf Schleswig-Holstein hat bislang kein Bundesland Glücksspiellizenzen verteilt.
Groß daran gestört haben sich die Softwareschmieden und Online Casinos allerdings bislang nicht. Mit EU-Lizenz aus Malta ausgestattet sahen sie sich gut gerüstet einen eventuellen Rechtsstreit zu gewinnen und machten auch in Deutschland Jagd auf Spieler. Was hat sich jetzt geändert? Warum sind die beiden bekanntesten Spielautomatenentwickler seit Anfang des Jahres aus den Sortimenten renommierter Online Casino verschwunden?

Paradise Paper geben Grund zur Beunruhigung

Merkur gehört zur Gauselmann Gruppe, die dem Vorsitzenden der Deutschen Automatenindustrie Paul Gauselmann gehört. Sein Name taucht in den sogenannten Paradise Papers auf. Damit befindet er sich in bester Gesellschaft vieler deutscher Milliardäre. Auch Siemens, Bayer, die Deutsche Bank und Ex-Kanzler Gerhard Schröder befinden sich in den wohlklingenden Dokumenten, die auf Steuerhinterziehungen und Betrügereien in ungeahnten Dimensionen aufmerksam gemacht haben und momentan weiterhin ausgewertet werden.
Im Fall Gauselmann besteht der Verdacht von illegalen Lizenzvergaben an dubiose Online Glücksspielanbieter. Gauselmann soll dabei nicht nur die Spielautomaten selbst angeboten haben, sondern gleich Komplettpakete mit Internetseiten und allem drum und dran an Interessierte verscherbelt haben. Dabei war ihm scheinbar egal, wem er da eigentlich ermöglicht seine Spielautomaten anzubieten. Neben vielen renommierten Online Casinos, bei denen Spieler sich fest auf Auszahlungen verlassen können, waren wohl auch einige schwarze Schafe dabei. Wenn dem so ist, was die Gauselmann Gruppe vehement bestreitet, hätte er damit Gesetze umgangen und den immer hochgelobten Spielerschutz der Gauselmann Gruppe ausgehebelt.
Die Branche vermutet, dass die Paradise Papers einen großen Anteil am plötzlichen Rückzug der beiden Spielautomaten-Giganten haben. Schließlich hatte Greentube, die im Auftrag von Novomatic Spielautomaten im Internet anbieten, wenige Tage vor der Ankündigung noch Vereinbarungen mit namhaften Casinos getroffen, die stolz berichteten in Zukunft die beliebten Spiele des österreichischen Herstellers anzubieten.
Was auch immer der genaue Grund ist, eine einheitliche und durchsichtige Lizenzierung des deutschen Glücksspielmarkts vom deutschen Staat aus würde viele Probleme lösen und Spieler in Deutschland vor sich selbst und schwarzen Schafen schützen. Es bleibt abzuwarten, wann es endlich dazukommt.

Was sind Alternativen für deutsche Online Casinoliebhaber

Glücklicherweise stoßen deutsche Spieler in Online Casinos weiterhin auf viele erstklassige Angebote. Automatenhersteller wie NetEnt, Microgaming und Playtech sind ohnehin länger als die Konkurrenz aus Deutschland und Österreich im Internet unterwegs. Ihre Spiele strotzen vor innovativen Features mit guten Auszahlungsquoten. Deutsche Spieler müssen also nicht in die Röhre schauen, sondern können in aller Ruhe einen Blick auf die Produkte anderer Softwareentwickler werfen. Zudem ist der Abschied von Merkur und Novomatic sicherlich nicht für immer. Spätestens bei einer Lizenzvergabe werden die beiden wieder in den Ring steigen und ihre beliebten Spielotheken-Spiele erneut im Internet anbieten.

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