Main-Rhön: Immer weniger Hausärzte führen zu Unterversorgung

Die hausärztliche Versorgung in Deutschland gerät zunehmend unter Druck: Ein Viertel der Ärztinnen und Ärzte plant in den nächsten fünf Jahren den Ruhestand. Besonders auf dem Land drohen dadurch Versorgungslücken – das zeigt der Versorgungskompass des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung deutlich.
Auch in der Region Main-Rhön wird sich die Lage bis 2040 spürbar verschärfen. Während der Landkreis Schweinfurt voraussichtlich noch relativ stabil versorgt bleibt, könnten vor allem die Landkreise Haßberge und Rhön-Grabfeld deutlich unter Druck geraten.
Um dem entgegenzuwirken, sind gezielte Maßnahmen nötig. Ein wichtiger Ansatz ist die Landarztquote: Wer sich verpflichtet, mindestens zehn Jahre in einem unterversorgten Gebiet zu praktizieren, kann auch ohne Einser-Abitur Medizin studieren – in Würzburg werden auf diese Weise jährlich 24 Studienplätze vergeben.
Darüber hinaus könnten speziell geschulte Gesundheitsfachkräfte in Hausarztpraxen dazu beitragen, die Versorgung zu sichern. Wenn sie etwa Kontrolluntersuchungen bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes übernehmen oder Hausbesuche durchführen, ließe sich die medizinische Betreuung insgesamt für mehr Patienten gewährleisten. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung.