Unterfranken: Sozialgericht extrem überlastet

Die Aktenberge beim Sozialgericht in Würzburg werden immer höher und der Druck steigt. Der Grund: Die Zahl der Verfahren ist enorm angestiegen.
Wie eine Sprecherin auf Anfrage mitgeteilt hat, sind bei dem für ganz Unterfranken zuständigen Gericht allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 2.500 Verfahren eingegangen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg von fast 19 Prozent.
In Unterfranken ziehen immer mehr Menschen vor Gericht, wenn es um Bürgergeld, Kranken- oder Pflegeversicherungen oder die Sozialhilfe geht.
Besonders deutlich ist der Anstieg bei Eilverfahren – hier wurde ein Plus von rund 40 Prozent registriert. Weil solche Anträge Vorrang haben, ist bei anderen Klagen mit Verzögerungen zu rechnen, so das Sozialgericht weiter.
Häufige Gründe sind wohl die alternde Gesellschaft, die wirtschaftliche Entwicklung sowie die sich abzeichnenden Rechtsänderungen im Bereich Rente oder Krankenversicherung.
Diese Entwicklung lässt sich aber nicht nur in Unterfranken, sondern im gesamten Freistaat sowie in anderen Bundesländern beobachten.