FED möchte schnelle Zinserhöhung

Das letzte Treffen der amerikanischen Notenbank Fed wurde mit Spannung erwartet. Die nun veröffentlichten Protokolle zeigen, dass die Spannung auch berechtigt war. Auch wenn die US-Notenbank von einer Erhöhung der Leitzinsen absah, scheint der Druck auf Janet Yellen, die Chefin der Fed, immer größer zu werden. Insider gehen davon aus, dass die Zinsen zum Jahresende angehoben werden.

Das Protokoll zeigt, dass der Druck auf Yellen steigt

Wann werden die Leitzinsen erhöht? Eine Frage, die Sparer und Kreditnehmer gleichermaßen beschäftigt. Die US-Notenbank Fed traf bei der letzten Sitzung, die am 21. September abgehalten wurde, die Entscheidung, abermals auf eine Anhebung der Zinsen zu verzichten. Die Zinsen blieben somit unverändert und liegen derzeit zwischen 0,25 Prozent und 0,5 Prozent. Jedoch zeigen die nun veröffentlichten Protokolle, dass es ein enges Rennen war. Drei der zehn Mitglieder stimmten nämlich gegen die Entscheidung. „Das war sehr knapp“, so Stanley Fischer, der stellvertretende Vorsitzende der amerikanischen Notenbank. Vor allem sorgte die Passage, die Notenbank werde den Zinssatz „bis auf Weiteres“ beibehalten, für Unmut. Mehrere Währungshüter kritisierten den Passus, da dieser durchaus falsch interpretiert werden könnte. Die Fed müsste, so einige der Sitzungsteilnehmer, ihre Entscheidungen an der Konjunkturentwicklung ausrichten und nicht am Kalender. Auch wenn Janet Yellen den Ausschuss noch auf ihrer Seite hat, wird es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die Zinsen angehoben werden. „Das wird relativ bald passieren“, so die Experten, auf die Frage, wann es tatsächlich zu einer Zinserhöhung kommen wird. Wie die Märkte reagieren werden, bleibt abzuwarten.

Drei Mitglieder stimmten dagegen

Es wird nicht mehr lange dauern, bis Yellen dem Druck nicht mehr standhalten kann. Vor allem der Umstand, dass drei Mitglieder gegen die Entscheidung stimmten, zeigt, dass sich das Gremium nicht mehr einig ist. Derartige Unruhen gab es das letzte Mal im Jahr 2014 – damals war Yellen gerade frisch ins Amt gekommen. „Es muss einen Konsens zwischen uns geben“, so Yellen. Einer der Rebellen? Eric Rosengren. Rosengren ist der Chef der Bostoner Regionalnotenbank und keineswegs ein Freund von Yellen und ihren Ansichten. Eric Rosengren ist für die Anhebung des Zinssatzes. So verweist er immer wieder auf den äußerst stabilen Arbeitsmarkt und die durchaus niedrige Arbeitslosenquote, die gerade einmal 5 Prozent beträgt. „Diese Umstände führen zu Lohnanhebungen und Inflation“, so der Chef der Bostoner Regionalnotenbank. „Natürlich wollen Tauben, wie Yellen, aber erst immer eine handfeste Preiserhöhung sehen“. Vergangenen August lag die Kerninflationsrate bei 1,7 Prozent. „Viele Mitglieder warten lieber auf überzeugende Hinweise, damit die Inflation das vom Komitee bestimmte Ziel von 2 Prozent erreicht“, hieß es etwa im Protokoll.

Keine Zinsanpassung im November

Überraschenderweise reagierte die Börse freundlich auf das veröffentlichte Protokoll. Anleger hätten mit schärferen Tönen gerechnet. Der Markt bewertete die Möglichkeit, dass in den nächsten Monaten eine Zinserhöhung beschlossen werde, mit 20 Prozent. Zahlreiche Händler gehen von einer Zinserhöhung mit Dezember aus. Im November würde die Fed wohl keine Erhöhung der Zinsen vornehmen; am 8. November wird schlussendlich der neue Präsident der Vereinigten Staaten gewählt.

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