Unterfranken: Nur jede vierte Grundschule bereit für Ganztagsanspruch

Ab dem kommenden Schuljahr haben Grundschüler in der Region Anspruch auf Ganztagsbetreuung – zunächst allerdings nur die Erstklässler. Für die Schulen in Unterfranken bleiben damit noch rund sieben Monate, um ihr Angebot entsprechend auszubauen. Was in der Theorie vielversprechend klingt, gestaltet sich in der Praxis jedoch deutlich schwieriger.
Zwar werden es die Grundschulen zwar schon irgendwie schaffen, die Kinder zu betreuen – allerdings auf Kosten der Qualität.
Wie der Unterfränkische Lehrer- und Lehrerinnenverband (ULLV) mitteilt, wird voraussichtlich nur etwa ein Viertel der Schulen den Ganztagsanspruch bis September gut umsetzen können. Dabei handelt es sich vor allem um Einrichtungen, die bereits jetzt Ganztagsangebote haben. Jede sechste Schule dürfte hingegen vor größeren Problemen stehen, während der Rest aktuell unter Hochdruck daran arbeitet, die Voraussetzungen rechtzeitig zu erfüllen.
Der ULLV warnt davor, dass die Qualität der Ganztagsbetreuung in der Region langfristig leiden könnte. Schon jetzt fehle es vielerorts an ausreichend Personal. Ein guter Ganztag müsse für Kinder ein echter Lebensraum sein – mit genügend Platz, geeigneten Räumen, gut ausgebildeten Fachkräften und vielfältigen Angeboten.
Zum Hintergrund:
Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt der gesetzliche Anspruch zunächst für Eltern von Erstklässlern, später soll er schrittweise auf alle Klassenstufen ausgeweitet werden. Dafür stellt der Freistaat insgesamt 461 Millionen Euro aus einem Fördertopf bereit.