Würzburg: Olympia und Co bleiben politisch aufgeladen

Die ganze Welt blickt derzeit nach Italien. Dort werden aktuell die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina ausgetragen. Und während sich tausende Athletinnen und Athleten in 16 Disziplinen messen, zeigt eine neue Studie der Uni Würzburg: Sport und Politik lassen sich kaum trennen.
Am Beispiel der Winterspiele 2022 in Peking hat der Sportwissenschaftler Tobias Thune Jacobsen untersucht, wie China das Mega-Event nutzte, um sein eigenes Image aufzupolieren – trotz internationaler Kritik wegen Menschenrechtsverletzungen, etwa am Umgang mit der uigurischen Minderheit. Als Teil des dänischen Curling-Teams erlebte er die Olympischen Spiele in Peking hautnah mit.
Jacobsen fand heraus, dass kritische Themen in den Medien während der Spiele zunehmend in den Hintergrund rückten, während der sportliche Wettbewerb stärker betont wurde.
Solche Strategien werden als Sportswashing bezeichnet: Staaten oder Unternehmen nutzen Sport, um von politischen Problemen abzulenken oder ihre Macht zu stärken. Sport wird dabei als Mittel genutzt, um Menschen zu beeindrucken und zu beeinflussen – nach außen, um international gut dazustehen. Und nach innen, um die Bevölkerung im Land zu vereinen und das politische System zu stärken.
Vergleichbare Beispiele gibt es bereits bei den Olympischen Spielen in Russland (2014) oder der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar (2022).
Sein Fazit: Auch wenn das Internationale Olympische Komitee Politik und Sport trennen will, ist das in der Praxis kaum möglich. Sportliche Großereignisse sind immer auch Bühne für Einfluss, Macht und Politik.