Anfang Juni ist in Frankfurt am Main immer mit dem Wäldchestag verbunden – so nah an einem Nationalfeiertag wie eine Stadt nur kommen kann und das schon seit mehreren hundert Jahren. An den Attraktionen hat sich anno Mittelalter aber doch was verändert, auch wenn die Stimmung und speziell Frankfurter Gesinnung gleichgeblieben ist. Besucher können diese Tage auf der Kirmes Fahrgeschäfte und andere Belustigungsbuden für klein und groß finden, so viel essen bis in den Magen wirklich nichts mehr passt, und sich am Bühnenprogramm erfreuen.

Das meiste daran ist genauso harmlos wie jede andere Feier, an der eine große Menschenmenge teilnimmt und der Alkohol fließt. Aber besonders die etwas risikobewussteren Besucher schauen vielleicht auf manche der großen Karussels, Schaukeln und Riesenräder mit etwas Skepsis. Klar entwickelt sich die Technik solcher Maschinen immer weiter und wird sicherer. Die Baumaterialien werden besser geprüft, die Ingenieursrechnungen fein abgestimmt und immer neuere Motorenschutzschalter sorgen für Sicherheit vor Überlastung und Kurzschlüssen. Das gilt jedenfalls für neu gebaute Kirmesmaschinen.

Aber trotzdem: wie sicher sind diese Geräte?

Selbstkontrolle

Betreiber solcher Fahrgeschäfte unterliegen einiges an Richtlinien, die zwar laut Gesetz den Baubehörden in den Ländern unterliegen, aber bundesweit harmonisiert sind. DIN geben Standards schon für die Planung vor, aber auch für den tatsächlichen Betrieb und die Wartung – wie z.B. die DIN EN 13814 für ‚fliegende Bauten‘. Bei der Betreibung stehen wiederkehrende Prüfungen vom TÜV an, sowie Gebrauchsabnahmen für diejenigen, die von Kirmes zu Kirmes ziehen, und an jedem Standort ihre Geräte von Mitarbeitern der örtlichen Baubehörden auf Sicherheit und Funktionstüchtigkeit überprüfen lassen müssen. Bei besonders alten Geräten fallen dann auch noch Sonderprüfungen an, zum Beispiel um Risse an beanspruchten Teilen zu finden. Natürlich muss der Betreiber aber auch im laufenden Geschäft auf Wartung, und somit Sicherheit, achten.

Soweit klingt alles gut – der einzige Haken: es wird von niemanden geprüft ob die Betreiber all diesen Richtlinien auch tatsächlich nachkommen.

Selbstinteresse

Die gute Nachricht ist das es nicht nur im Interesse des Besuchers ist, dass die Attraktionen sicher sind. Sowohl die Kirmesbetreiber als auch die Betreiber der einzelnen Geräte legen viel Wert auf Sicherheit – ein Unfall kann nicht nur aus Haftpflichtsgründen sehr teuer werden, sondern auch den Ruf einer Kirmes langfristig schädigen.

Leider gibt es keine bundesweiten Statistiken von Unfällen und Mängeln an Fahrgeschäften in Deutschland. Das macht es unmöglich zu sagen wie sicher genau solche Geräte sind – aber oft hört man von Unfällen nicht, und allen Beteiligten liegt die Verhinderung derer nah am Herzen.

Das Fazit: wer gerne aufs Riesenrad will, sollte Sicherheit nicht als Grund sehen es nicht auszuprobieren. Totale Sicherheit ist nie garantiert, aber das ist sie im Rest des Lebens auch nicht.

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