Studie: Frankfurter wünschen sich Work-Life-Balance

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Ein Großteil der Beschäftigten in Frankfurt am Main wünscht sich eine Arbeit, die sich mit dem Privatleben vereinbaren lässt. Familie und Kinder sind den Frankfurtern dabei am wichtigsten. Das hat eine Studie zu Lebensentwürfen in vier Unternehmen ergeben.

Dem Großteil der Frankfurter ist ihre Familie wichtiger als ihre Arbeit. 85 Prozent meinten, Partnerschaft und Familie seien ihnen sehr wichtig, 82 Prozent sagten dies über ihre Kinder und nur 47 Prozent über ihre Arbeit. Das ergab eine Studie von der Berufundfamilie Service GmbH und dem Institut für Beschäftigung und Employability IBE der Hochschule Ludwigshafen, die 1129 Beschäftigte in vier Unternehmen in Frankfurt am Main zu ihren Lebensentwürfen befragte. Ihr Fazit: Die meisten Beschäftigten möchten sich beruflich entwickeln, aber gleichzeitig auch genug Zeit für ihr Privatleben haben. Absolute Selbstverwirklichung entweder im Beruf oder nur im Privatleben sind wesentlich seltener anzutreffen.

Arbeit muss Ehrenamt und Familie ermöglichen

Um einen besseren Überblick über die Lebensentwürfe zu haben, teilten die Wissenschaftler die Beschäftigten in drei Gruppen ein. Zur ersten Gruppe gehören die Menschen, die Zeit für Privatleben und Arbeit wollen. Zu ihr gehören 67 Prozent der Befragten. Zu dieser Gruppe gehören aber nicht nur Eltern, die mehr Zeit für ihre Kinder wollen, sondern auch Menschen, die aufwendigen Hobbys oder Ehrenämtern nachgehen möchten. Als Beispiel für diese Gruppe stellt die Studie auf ihrer Internetseite einen Beschäftigten der ING-DiBA vor, der sich ehrenamtlich engagiert und deshalb momentan in Teilzeit arbeitet. Im Interview erklärt der Beschäftigte, er halte es für keine Selbstverständlichkeit, dass sein Arbeitgeber ihm die Zeit für sein Ehrenamt als Helfer für Geflüchtete ermögliche.

Auch die anderen vorgestellten Lebensentwürfe der Studie entsprechen nicht unbedingt den Erwartungen an klassische Lebensläufe. Eine weibliche Führungskraft, die direkt nach ihrem Mutterschutz in ihre verantwortungsvolle Position zurückgekehrt ist und deren Mann die Elternzeit für das Kind übernimmt, gehört zum zweiten Typ: denjenigen, die ihren klaren Fokus auf Selbstverwirklichung im Beruf haben. Rund 22,3 Prozent der befragten Frankfurter gehören zu dieser Gruppe.

Lebensentwürfe können sich fundamental ändern

Die Studie zeigt auch, wie sich Lebensentwürfe im Laufe des Lebens ändern können. Eine Mutter, die eine lange Kinderpause gemacht und danach in Teilzeit gearbeitet hat, gehörte in der Zeit eindeutig zum dritten Typ, der seine Prioritäten klar im Privatleben setzt und 9,7 Prozent der Befragten ausmacht. Nachdem die Kinder erwachsen sind, übernahm die Beschäftigte bei der AOK jedoch eine Führungsaufgabe, für die sie ihr Talent für Mitarbeiterführung und ihre Teilzeitarbeit qualifiziert hat. In diesem Abschnitt ihres Lebens gehört sie also zur zweiten Gruppe, die nach Selbstverwirklichung im Beruf strebt.

Die Studie „Vereinbarkeit 2020“ möchte mit ihrer Forschung zu Lebensentwürfen einen Beitrag zum demografischen Wandel leisten. Durch die Lebenslaufforschung sollen Unternehmen Informationen bekommen, wie sie ihren Mitarbeitenden den Arbeitsplatz gut gestalten können. Langfristig sollen die Mitarbeitenden so an ihre Unternehmen gebunden werden. Hintergrund für die Studie ist, dass bis zum Jahre 2020 immer mehr Fachkräfte in Unternehmen fehlen werden. In Metropolen wie Frankfurt am Main ist anhand der großen Anzahl an offenen Stellen bereits jetzt ein Fachkräftemangel zu sehen – die Tendenz ist steigend. Wenn Unternehmen klar ist, wie sie ihre Mitarbeiter zufrieden stellen können, vermeiden sie Abwanderung. Die Studie „Vereinbarkeit 2020“ geht dabei davon aus, dass es keine generellen Lösungen gibt: Im Endeffekt wünscht sich jeder Arbeitnehmer je nach seiner individuellen Situation etwas ganz anderes und braucht einen entsprechend individuell gestalteten Arbeitsplatz.

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