Das Nachbarland Niederlande verstand es schon sehr früh wie kein zweites, die Gesetze bezüglich Drogenkonsum in Bezug auf Hanf und Cannabis zu lockern. Denn sei 1976 schon wir der Besitz von 30 Gramm Cannabis in diesem Land toleriert. Und auch die vielen Coffeeshops, die wie Pilze aus dem Boden der Niederlande wuchsen boten ihre Cannabis und Hanfprodukte reihenweise und zu Hauff an. Zwar gab es 1995 noch einmal eine Gesetzesänderung und die Bestimmungen verschärft, doch Fakt ist, dass Cannabis an Personen über 18 Jahren verkauft werden darf und bis zu einer maximalen Menge von fünf Gramm pro Person.

So entpuppte sich binnen kürzester Zeit Holland zum Paradies für Cannabiskonsumenten und der so genannte Hanf-Tourismus entstand. Nach wie vor ist zwar der kommerzielle Anbau und der Großhandel oder In- und Export von Hanf in den Niederlanden verboten, doch es gibt dort fast nichts, was es nicht gibt in puncto Hanfprodukte.

Vorreiter noch heute

Als Paradebeispiel gilt noch heute Holland mit seiner Lockerung der Gesetze in Bezug auf Cannabiskonsum. Denn was einst zu großen Debatten, Unverständnis und Zorn vieler Nachbarländer und Politiker führte, entpuppte sich schon sehr früh als Maßnahme gegen die Drogenkriminalität auf diese für damalige Zeiten sensationelle und auch mutige Weise aktiv zu werden.

Skeptiker hingegen prophezeiten der niederländischen Regierung eine Entstehung des freien und übermäßigen und ungezügelten Drogenkonsums ungeahntem Ausmaßes. Doch dies geschah nicht. Im Gegenteil: Mittlerweile zählt Holland als Pionier mit dem richtigen Riecher agiert zu haben und dementsprechend gehandelt zu haben. Denn mit der Betonung auf Lockerung im Umgang mit Cannabis aber eben nicht öffentlich zu legalisieren, traf die Regierung mitten ins Herz der Skeptiker. Heute ziehen immer mehr Länder und Staaten nach und mittlerweile selbst im allzu prüden Amerika gibt es etliche Staaten, in denen der Cannabiskonsum ähnlich gehandhabt wird.

Anbau nicht legal

Da es immer wieder zu Diskussionen bezüglich des Cannabis-Anbaus und des Konsums durch Touristen, vornehmlich aus Deutschland, kam, stimmte das niederländische Parlament 2017 für den kontrollierten Anbau von Hanf zu. Denn die Coffeeshops beispielsweise durften bis maximal 500 Gramm Cannabis zwar in ihren Läden aufbewahren, doch die legale Versorgung der Shops mit Hanf konnte, da der Anbau schlussendlich illegal wäre, nicht offiziell gewährleistet werden. Somit wird sich wahrscheinlich in Zukunft eine legale Versorgung der Shops auftun und auch hier die so genannte Hintertürproblematik entschärfen. Neben Uruguay, USA und auch Kanada gehört Holland nach wie vor zum einzigen Land Europas, welches Cannabis für den privaten Gebrauch legalisiert und reguliert. Und diesbezüglich eine lange Geschichte und Tradition hat.

Noch immer umstritten

Es gibt noch immer viele Gegner im eigenen Land, die die Coffeeshops am liebsten ein für alle mal verbannen möchten. Denn besonders die Shops in der näheren Umgebung von Schulen sehen sie als äußert gefährlich und nicht tragbar. Auch die Tatsache, dass es eine strikte Anzahl an Shops pro Gemeinde geben sollte und auch dass Ausländer zuzulassen seine, steht noch heute im Mittelpunkt der Streitigkeiten.

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