Ausstellung zu „Tree and Soil“

vor 2 Monaten in Kunst & Kultur

Mehrere Reisen führten das holländische Künstlerpaar Robert Knoth und Antoinette de Jong seit dem Reaktorunglück von Fukushima 2011 in das Katastrophengebiet. In Interviews mit den ehemaligen Bewohnern, in Foto- und Videoaufnahmen dokumentierten sie über Jahre hinweg die menschenleeren Orte und vor allem die Landschaften, die – einst gepflegte japanische Kulturlandschaft mit Gärten, Feldern, akkuraten Wäldern – von der Natur zurückerobert werden. Die entstandenen Fotos und eine Zweikanal-Videoinstallation sind von einer stillen, poetischen Kraft, die die Schönheit der Natur und des in ihr wohnenden Lebens sichtbar, aber auch hörbar macht. Das japanische Verhältnis zur Natur, zu „Tree and Soil“, studierten die Künstler auch anhand der Sammlungen des aus Würzburg gebürtigen, Anfang des 19. Jahrhunderts in Japan stationierten Arztes Philipp Franz von Siebold; in der Kombination eigener Fotografien mit Bildern von Artefakten und Naturalien aus Siebolds Sammlungen wird deutlich, wie tief die japanische Kultur in der Natur verwurzelt und von ihr inspiriert ist. Siebold steht aber auch für ein Zeitalter, in dem Forscher die Welt bereisten, um sie zu erkunden und ihre Schätze der Menschheit dienstbar zu machen – ein Vorspiel zum Anthropozän, in dem unser Planet durch menschliches Tun massiv gefährdet ist. Dies zeigt sich eindrücklich in Fukushima.

Öffnungszeiten: Di., 13-18 Uhr, Mi.-So. 11-18 Uhr, Do. bis 19 Uhr
(mit Anmeldung an der Kasse: 0931-3 22 25-14 oder
kasse.kulturspeicher@stadt.wuerzburg.de)
Eintritt: 4,50 / erm. 2,50 €, (Führungsgebühr 7,- €)
http://www.kulturspeicher.de