Ein Hörstück über Moses Mendelssohn am 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz
„Das ganze Menschengeschlecht mit gleicher Liebe umfassen“
Ein Hörstück über Moses Mendelssohn am 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz Am 27. Januar 1945 haben Soldaten der Roten Armee das Konzentrationslager von Auschwitz befreit. Mehr als eine Million Menschen hatten die Nazis dort ermordet. Als Tag der Befreiung ist der 27. Januar mittlerweile bundesweiter Holocaust-Gedenktag.
Für diesen Tag lädt der Förderverein ehemalige Synagoge Kitzingen zu einem Hörstück über den jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn des Ensembles 3klangspiel in die Alte Synagoge Kitzingen ein.
Ungewöhnlich, lebhaft, eindrücklich: so stellt das Ensemble aus Meiningen dem Publikum den jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn (1729 – 1786) vor Ohren und Augen. Dieser war zu seiner Zeit einer der bedeutendsten Philosophen und Aufklärer. Sein Freund Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781) setzte ihm mit der Figur des „Nathan der Weise“ ein weltberühmtes literarisches Denkmal. Doch wenn heutzutage von prägenden Persönlichkeiten der deutschen Geistesgeschichte die Rede ist, wird Mendelssohn nicht immer genannt. Vielleicht, weil er Jude war. Dabei sind seine Texte, in denen er sich leidenschaftlich für Gewissensfreiheit und Toleranz einsetzte, immer noch aktuell. Das erlebt das Publikum in einer Komposition aus Text, Schauspiel, Dialog und Musik – literarisch und informativ, unterhaltsam und nachdenklich, Philosophisch und politisch, historisch und aktuell. Die Frage: „Wie lassen sich Mendelssohns Worte in unsere heutige Sprache und Lebenswelt übersetzen?“ spielt eebenso eine Rolle wie die Lebensumstände der jüdischen Bevölkerung seiner Zeit und die spätere Entstehung des modernen Judentums, die von ihm inspiriert war.
Werke vergessener jüdischer Komponisten erinnern an die große Blüte des jüdischen Lebens in Europa vor dem Holocaust. Und es wird greifbar: Jüdische Persönlichkeiten haben Geschichte und Kultur maßgeblich mitgeprägt – trotz des Jahrhunderte alten Antisemitismus, den Moses Mendelssohn beißend-ironisch verurteilte, und der bis heute nicht überwunden ist. Vor diesem Hintergrund ist das Hörstück auch eine Einladung, sich gegen Judenhass und für das heutige jüdische Leben in Deutschland einzusetzen.
Mitwirkende sind Enno Hesse, Schauspieler, Anna Gann, Sopranistin, Sprecherin, Autorin des Bühnenstücks, und Naoko Christ-Kato, Pianistin.
Eintrittskarten sind an der Abendkasse für 15 €/ 10 € für Mitglieder des Fördervereins, erhältlich.