Premiere „Herzschlag“

08.10.2022, 19:00 Uhr in Freizeit

Das Herz ist das erste Organ, das im Embryo angelegt wird. Zu diesem Zeitpunkt ist er nur 4 Millimeter groß, das Gewicht ist noch gar nicht messbar – aber das Herz schlägt schon. Anfangs zart und langsam, doch bald bis zu 120 Mal pro Minute. Und dann hört es nicht mehr damit auf, solange wir leben. Der Herzschlag begleitet uns, er ist immer da. Meistens nehmen wir ihn gar nicht wahr. Wenn unser Körper allerdings in den Alarm-Modus umschaltet, dann spüren wir intensiv, wie sich der Herzschlag verändert: Uns schlägt das Herz bis zum Hals, wenn uns etwas Angst macht, es hämmert geradezu gegen die Rippen, wenn wir vor Freude zerspringen möchten. Es stolpert, es hüpft, es blutet, es zerbricht. Wir verlieren es, wir schütten es aus, wir grüßen herzlich. Es wird schwer und es kann zerbrechen.

Viele Menschen haben ihr Herz während der Lockdowns ganz besonders wahrgenommen: pandemie-bedingt erzwungene Abgrenzung und Vereinzelung einerseits, Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Schönem und Verbindendem andererseits. Und wie sieht es jetzt aus? Zwar haben die Menschen mit Corona leben gelernt. Viele haben ihre eigene Strategie entwickelt und positionieren sich irgendwo zwischen „alles möglichst normal“ und „Safety first“. Aber es ist auch deutlich zu spüren, dass sich etwas verändert hat: Das fängt mit der Begrüßung an: Küsschen? Umarmung? Händeschütteln? Ghettofaust? Ellbogencheck? - und hört mit der „Entwöhnung“ des Besuchs von Theatern, Museen und Kinos noch lange nicht auf. Verlorenheit und Einsamkeit als die „geheime Krankheit“ der Herzen.

Im Mittelpunkt der multimedial angelegten „Herzschlag“ Produktion stehen drei Tänzerinnen, die das Bühnengeschehen aus Bewegung, Performance und Sprache bestimmen. Klangbilder, Soundschleifen und Videoinstallationen kommen hinzu und fügen sich zu einer im wahrsten Sinne des Wortes „zu Herzen gehenden“ Tanzperformance zusammen. Ermöglicht wurde die Produktion durch die Unterstützung der Stadt Würzburg, des Bezirk Unterfranken und des Bayerischen Kunstministeriums, der Sparkassenstiftung der Stadt Würzburg, Neustart Kultur und dem Freundeskreis der Theaterhalle am Dom.

Tickets:

22 Euro / 12 Euro (Schüler_innen, Studierende, schwerbehinderte Personen)

www.theaterhalle.com

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