Würzburg: Höhepunkt im Kirchenjahr steht bevor

Ostern ist nicht nur Zeit für bunte Eier und Hasen, sondern vor allem auch das höchste Fest der Kirche: Am Wochenende feiern Christen in der Region Ostern und damit auch die Auferstehung Jesu.
Gründonnerstag
Am Abend des Gründonnerstags beginnen die drei österlichen Tage. Dabei wäscht Bischof Franz Jung traditionell die Füße von Vertretern des Diözesanrats, Flüchtlingen, Vertretern des Katholikentags, Menschen mit einer Behinderung und Ordensleuten im Würzburger Kiliansdom.
Diese Praktik geht auf eine Szene aus der Bibel zurück: Beim letzten Abendmahl soll Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen haben.
Karfreitag
Einen Tag später zieht in Lohr wieder die traditionelle Karfreitags-Prozession durch die Stadt. Sie zählt zu den ältesten, größten und letzten ihrer Art in Deutschland. Jedes Jahr kommen tausende Besucher nach Lohr. Bei der Prozession werden lebensgroße Figuren durch die Straßen getragen, die den Leidensweg Jesu darstellen.
In Würzburg wird um 15 Uhr im Kiliansdom in der sogenannten Karfreitagsliturgie an Leiden und Sterben von Jesus gedacht.
Es ist ein stiller Feiertag und für Katholiken ein strenger Fastentag – Fleisch steht an diesem Tag nicht auf dem Speiseplan und es gilt ein Tanzverbot.
Osternacht
Höhepunkt des gesamten Kirchenjahrs ist dann die Osternacht – dieser wird bereits am Samstagabend eingeläutet. Ab 21:30 Uhr zieht Bischof Jung dann mit einer Osterkerze durch den dunklen Dom.
Außerdem wird in dieser Nacht auch das Taufwasser für das gesamte Jahr gesegnet.
Keine Kirchenglocken
Von Gründonnerstag bis in die Osternacht schweigen die Kirchenglocken in der Region, weil an die Leidenszeit und den Tod Jesu gedacht wird. Stattdessen kommen in vielen Teilen Ratschen und Holzklappern zum Einsatz.
Früher wurde die Stille damit erklärt, dass die Glocken nach Rom fliegen und erst in der Osternacht wieder zurückkommen. Läuten sie wieder, dann mit der Botschaft: Jesus ist auferstanden, die Trauerzeit ist vorbei.