Der Zentralrat der Juden in Deutschland verurteilt den Anschlag von Halle. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster hat sich am Mittwochabend bei einem Statement in Würzburg entsetzt und tief erschüttert gezeigt: "Die Tat von Halle am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur hat unsere Gemeinschaft auf das Tiefste in Sorge versetzt und verängstigt. Zuallererst sind wir jedoch erschüttert, dass zwei Menschen von dem skrupellosen Täter umgebracht wurden. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt ihren Angehörigen. Ebenso sorgen wir uns um die Verletzten und wünschen ihnen rasche und vollständige Genesung." Der Täter hat versucht, in die Synagoge einzudringen, und auch der benachbarte jüdische Friedhof wurde angegriffen, so dass von einem antisemitischen Tatmotiv auszugehen ist. Die Brutalität des Angriffs übersteigt alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für alle Juden in Deutschland ein tiefer Schock. Dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war, ist skandalös. Diese Fahrlässigkeit hat sich jetzt bitter gerächt. Wie durch ein Wunder ist nicht noch mehr Unheil geschehen." In Halle/Saale hat mindestens ein mutmaßlich rechtsextremer Täter zwei Menschen erschossen und zwei weitere verletzt. Er tötete die Opfer in einem Imbiss und in der Nähe des jüdischen Friedhofs in Halle. Er soll zudem versucht haben gewaltsam in eine Synagoge einzudringen, in der rund 80 Juden den hohen Feiertag Jom Kippur begingen. Bei dem Täter soll es sich um den 27-Jährigen Stefan B. handeln, der aus Eisleben stammt, einer Stadt wenige Kilometer westlich von Halle. Er sei den Sicherheitsbehörden bisher nicht bekannt gewesen. Die komplette Tat hatte er offenbar gefilmt und ins Internet gestellt. In diesem Video äußere sich Stephan B. eindeutig antisemitisch und ausländerfeindlich. Das berichten ARD-Hautpstadtstudio und SWR unter Berufung auf Ermittlerkreise. Ermittlungskreisen. Die Polizei in Würzburg hatte am Nachmittag vorsorglich ihre Präsenz vor dem jüdischen Kulturzentrum Shalom Europa verstärkt. Am Abend versammelte sich dort auch gut ein Dutzend Menschen, um eine Mahnwache abzuhalten.

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