Vor dem Würzburger Amtsgericht läuft aktuell der Prozess um den Tod eines Polizeischülers. Direkt zu Beginn hat der Angeklagte, der damalige Stubenkollege des Getöteten, alle Vorwürfe eingeräumt. Er selbst habe nicht die Kraft, sich vor Gericht zu äußern, erklärte er und ließ deshalb eine Erklärung durch seinen Anwalt abgeben. Darin räumte der 21-Jährige ein, nachlässig gehandelt zu haben und deshalb die Waffe nicht richtig entladen zu haben. Er sei sich bewusst, dass er schwere Schuld auf sich geladen habe, für die er jetzt bestraft werden müsse, hieß es weiter. Zudem erklärte er, er würde sich wünschen, das Unglück ungeschehen machen zu können. Der 21-Jährige ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Im Laufe des Verfahrens wurden sieben Zeugen vernommen – darunter ein Sachverständiger des Landeskriminalamts Nürnberg. Dieser gab eine Erklärung zur Waffe ab. Die Pistole war nach Aussage eines Gerichtssprecher zum Zeitpunkt des Unglücks erst seit etwa einer Woche im Dienst verwendet worden. Von außen sei nicht zu erkennen, ob sie geladen oder ungeladen ist. Nach der Mittagspause wurden die Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht. Ein Jahr und zehn Monate auf Bewährung hält sie für angemessen. Zur Begründung heißt es, der Angeklagte habe keine Reifeverzögerungen und es habe sich um keine jugendtypische Verfehlung gehandelt. Stattdessen habe er im Spaß "völlig unnütz und sinnlos" den Abzug der Waffe gezogen, so die Staatsanwaltschaft. Im Falle einer Verurteilung nach Jugendstrafrecht seien auch ein Jahr und zehn Monate Haft anzuordnen. Die Nebenklage hingegen verlangt eine Bestrafung nach Erwachsenenstrafrecht, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Das heißt: Eine Strafe von nicht unter zwei Jahren. Der Angeklagte würde demnach nicht zur Tat stehen und habe diverse Regeln zum Umgang mit der Waffe missachtet. Die Verteidigung bejaht auch, dass der Angeklagte seine Pflichten in hohem Maß verletzt habe. Dennoch habe er Reifeverzögerungen durch seine familiäre Situation. Trotz der Schwere der Schuld wird eine Strafe gefordert, die noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Das Urteil soll gegen 14:15 Uhr fallen. Der Tod des Polizeischülers im Jahr 2019 soll die Folge eines mehrfachen persönlichen Versagens des angeklagten Kameraden gewesen sein. Laut Anklage habe er nach Dienstende zwar das Magazin entfernt, aber die Patrone im Lauf seiner Waffe vergessen. Vor der nächsten Schicht spielten die beiden auf der Stube offenbar einen Ernstfall nach. Das spätere Opfer zog die Waffe und richtete sie auf ein Fenster. Der direkt hinter ihm stehende Angeklagte zog ebenfalls hoch … und drückte jedoch ab. Der tödliche Schuss traf seinen Kumpel in den Hinterkopf. Der Angeklagte hat damit gegen den Grundsatz verstoßen, auch eine entladene Waffe stets wie eine scharfe zu behandeln, so die Anklage.
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