Streiten sich zwei, so freut sich eigentlich der Dritte – außer, wenn sich die zwei Wirtschaftsmächte USA und China streiten, dann gibt es ausschließlich Verlierer. Zu den Verlierern gehört auch Deutschland: Die Exportzahlen sind im Februar – verglichen mit dem Vormonat – deutlich schwächer ausgefallen; mit einem Minus von 3,2 Prozent handelt es sich um den größten Rückgang seit dem Jahr 2015.

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Das Januar-Plus ist bereits vergessen

Natürlich hat die Protektionismus-Debatte Spuren bei den deutschen Exporteuren hinterlassen – so die Tonlage des ifo-Institut Anfang März. Auch wenn man im Vergleich zum Februar des vergangenen Jahres ein Plus von 2,4 Prozent erreichte, so ist das am Ende nur ein schwacher Trost, da es im Januar ein Plus von 8,6 Prozent gab. Vor allem die Tatsache, dass der Handel mit den Ländern außerhalb der EU schwächelte, sei ein Zeichen für die scheinbar immer größer werdende Angst vor einem Handelskrieg, dessen Folgen nicht eingeschätzt werden könnten. Auch Anleger, die etwa ein Depot bei CMC Markets haben, spürten bereits die Auswirkungen – so rutschte der DAX kurzzeitig unter die 12.000 Punkte-Grenze, weil auch die Anleger, in Anbetracht des drohenden Handelskriegs, extrem nervös wurden.

Chinas Antwort: Strafzölle für US-Importe

Wirft man einen Blick auf die Ausfuhren, so sind die USA sehr wohl der wichtigste Markt für die Deutschen. Im letzten Jahr wurden Dienstleistungen und Waren im Gesamtvolumen von 112 Milliarden Euro verkauft. Zudem haben viele Unternehmen das US-Geschäft stärker ausgebaut oder sogar Direktinvestitionen getätigt. Somit ist es auch keine Überraschung, dass nun die Nervosität immer größer wird. Es waren auch die ständigen Drohungen von Seiten des amerikanischen Präsidenten, die den Handelskonflikt zwischen Peking und Washington zunehmend verschärften. Schlussendlich kündigte Trump, nachdem schon Strafzölle auf Aluminium- und Stahlprodukte verhängt wurden, weitere Abgaben auf chinesische Importe an. Nun hat auch China Strafzölle für US-Importe angekündigt.

„Der Konflikt zwischen China und den USA gefährdet Deutschland“, so Joachim Lang, der Hauptgeschäftsführer des BDI (Bundesverbandes der Deutschen Industrie). „Schotten sich China und die USA gegeneinander ab, so kommt es zu einer Protektionismusspirale, die die Weltkonjunktur erheblich abschwächen würde.“ Auch Holger Bingmann, der Präsident des BGA (Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen), weiß, dass derartige Widrigkeiten ihren Preis haben. „Der Handelskonflikt streut natürlich extrem viel Sand in das Getriebe der Weltwirtschaft, unter dem vor allem die deutsche Wirtschaft, die stark international ausgerichtet ist, leiden wird.“

Saisonale Effekte und der immer stärker werdende Euro

Auch Volker Treier, Chef beim DIHK (Deutsche Industrie- und Handelskammertag), zeigte sich bereits besorgt. „Die Anzeichen, dass die Geschäfte im Außengeschäft schlechter werden, mehren sich“, so Treier. Aber nicht nur der „Trump-Effekt“ macht der deutschen Wirtschaft Probleme – auch der extrem starke Euro sei zum Problem geworden. Aktuell liege die Gemeinschaftswährung bei 1,23 US Dollar – das ist, verglichen mit dem Vorjahr, eine Steigerung um 16 Prozent, sodass die Wettbewerbsfähigkeit der „Made in Germany“-Waren erheblich gehemmt werde. Zudem waren es auch saisonale Effekte, wie etwa eine extrem starke Grippesaison zu Beginn des Jahres, die in das extrem schwache Zahlenwerk hineingespielt haben. „Den Jahresauftakt kann man getrost vergessen“, so Carsten Brzeski, der Chefökonom der ING DiBa. „Das war der schlechteste Auftakt seit dem Jahr 2009“. Bleibt am Ende nur zu hoffen, dass der Rest des Jahres deutlich besser wird.

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