Fahrraddiebstahl – Zahlen und Schutz

vor 5 Jahren in Service, Anzeige
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340.000 Fahrräder haben Diebe im Jahr 2014 gestohlen. Das belegen die letzten Zahlen des Bundeskriminalamtes zum Thema. Ärgerlich ist es für betroffene Radbesitzer gleich doppelt. Denn auch die Aufklärungsquote ist katastrophal schlecht. Immerhin ist Bayern eine kleine Ausnahme. Die Fallzahl ist besonders gering und die Aufklärungsquote vergleichsweise hoch. Dennoch sollten sich auch bei uns die Radbesitzer gegen Diebstahl schützen.

Hinter vielen Fahrraddiebstählen stecken organisierte Banden

Unter den vielen Fahrrädern gibt es immer mehr gute Rennmaschinen, Trekkingräder oder teure Mountainbikes. Die Qualität und damit der Wert wecken bei Dieben Begehrlichkeiten. Daher streifen teilweise organisierte Banden durch das Land, die auf regelrechter Diebestour sind. Ihr Ziel ist es, so viele wertvolle Fahrräder wie möglich zu stehlen und dann gewinnbringend zu verkaufen. Diese Profis rücken mit schwerem Instrument an und brechen teilweise sogar in Fahrradläden ein. Weitere Tätergruppe sind Drogenabhängige und Gelegenheitsdiebe. Die Aufklärungsquote ist durchaus bescheiden. In Bayern liegt diese immerhin bei 13,4 Prozent. Hamburg (3,8 Prozent) und Berlin (vier Prozent) nehmen als Länder die traurige Spitzenposition der geringsten Aufklärungsquoten ein. In Bayern werden jedoch auch weniger Räder geklaut. Auf 100.000 Einwohner kommen nur 239 Fälle. In den Stadtstaaten liegt diese Zahl etwa viermal so hoch. Der Freistaat profitiert von seiner eher ländlichen Ausprägung. Dennoch ist die Aufklärungsquote auch in München rund viermal besser als in Hamburg. Ein beeindruckender Wert. Als Grund nennen Experten die bessere Personalausstattung der Polizei in der Landeshauptstadt. Mehr Polizisten und ein geschulterer Blick ermöglichen eine bessere Aufklärungsquote.

Radfahrer können sich schützen

Radfahrer können und sollten sich dennoch schützen. Denn die beste Aufklärungsquote nutzt nicht viel, wenn Diebe tatsächlich zuschlagen. Ist das Rad erst einmal weg, hilft nur hoffen. Daher gilt es, Dieben das Handwerk so schwer wie möglich zu machen. Dazu rät auch die Polizei. Zu den Schutzmaßnahmen gehören ein sicheres Fahrradschloss, das Codieren des Rahmens und die Fahrradpass-App.

Gute Fahrradschlösser halten Diebe auf

Es gibt kein wirksames Schloss, das den Fahrradklau effektiv verhindert. Aber es gibt viele Schlösser, die den Dieb lange genug aufhalten. Da beim Diebstahl jede Sekunde zählt, kann ein hochwertiges Fahrradschloss tatsächlich abschreckend wirken. Im Falle eines Diebstahlversuchs kostet es den Kriminellen zu viel Zeit. Eine Übersicht der sichersten Fahrradschlösser bietet das Testportal fahrradschlosstest.eu. Weitere Tipps des Portals helfen den Radfahrern, ihr Zweirad effektiv zu sichern. Da jedes Schloss Vor- und Nachteile hat, ist beispielsweise eine Kombination zu empfehlen. Denn zwei unterschiedliche Schlösser bedeuten für Diebe einen extremen Aufwand, da sie zwei Werkezugtypen benötigen.

Rahmen codieren

Ein weiterer Schutzmechanismus ist das Codieren des Rahmens. Den Ablauf erklärt der ADFC sehr gut. In den Rahmen wird eine Nummer eingeschlagen. Diese Nummer hilft nach einem Sicherstellen dabei, den Besitzer ausfindig zu machen. Zugleich erschwert es Hehlerei und reduziert dadurch die Attraktivität eines Diebstahls.

Fahrradpass als App nutzen

Der gute alte Fahrradpass hat ausgedient. Die Polizei stellt inzwischen eine App zur Verfügung, mit der die Besitzer Daten zu ihrem Fahrrad speichern und mit Fotos anreichern können. Kommt es zu einem Diebstahl, lassen sich alle Infos komfortabel der Polizei melden. Die App verhindert keinen Diebstahl, erleichtert aber die Aufklärung.

Wenn das Fahrrad dann doch weg ist …

Sollten alle Schutzmaßnahmen ins Leere laufen und das Rad doch weg sein, muss der Besitzer handeln. Der erste Weg führt zur Polizei. Dort heißt es, Anzeige zu erstatten. Hilfreich sind dabei Rahmendcode und Fahrradpass. Im Internet gibt es jedoch noch weitere Plattformen, die bei der Aufklärung helfen können. Auf der Seite fahrrad-gestohlen.de können Betroffene ihre Angaben veröffentlichen. Damit erschweren sie die Hehlerei und steigern die Chancen auf das Wiederfinden. Denn 340.000 Diebstähle bei geringer Aufklärungsquote sind einfach zu viel.

Bild: Phillip Collier – freeimages.com http://de.freeimages.com/photo/bikes-1447404