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Berlin/Mainfranken: Impfpflicht-Debatte im Bundestag – Ullmann fordert Mittelweg

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vor 3 Monaten in Lokales
Das Reichstagsgebäude in Berlin. Hier tagt der Bundestag
Foto: pixabay.com

Gibt es in Deutschland bald eine allgemeine Impfpflicht? Darüber will der Bundestag am Mittwochnachmittag erstmalig debattieren. Drei Stunden lang sollen verschiedene fraktionsübergreifende Anträge für und gegen eine Impfpflicht vorgestellt und diskutiert werden - einer der Vorschläge stammt unter anderem von dem Würzburger FDP-Abgeordneten Andrew Ullmann. Seine Meinung hat der Arzt dieser Redaktion im Vorfeld mitgeteilt:

Impfpflicht als letzter Ausweg

Generell steht der FDP-Abgeordnete einer allgemeinen Impfpflicht kritisch gegenüber. Stattdessen fordert er eine verpflichtende Aufklärung für alle Erwachsenen, die noch nicht geimpft sind. Denn: Aktuell kursierten viele Falschinformationen zur Corona-Impfung, so Ullmann. Gleichzeitig gebe es berechtigte Ängste und Sorgen. Im Nachgang sollen die Menschen selbst entscheiden, ob sie sich impfen lassen wollen – freiwillig.

Sollte allerdings die Impflücke auch dadurch nicht geschlossen werden, sei – in einem zweiten Schritt – eine Impfpflicht ab einem gewissen Alter denkbar, nach der aktuellen Datenlage beispielsweise ab 50. Denn: Ab dieser Altersgruppe sei das Risiko schwer an Corona zu erkranken am höchsten.

Exitstrategie von Impfquote abhängig

Das Ziel sei es, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten – nicht die Impfquote, so der Politiker. Und dennoch: Der Weg aus der Pandemie sei von einer guten Impfquote abhängig. Danach richte sich auch die Exitstrategie – wie beispielsweise stufenweise Lockerungen. Vorstellbar wäre, dass die Maßnahmen, die am Ende übrigbleiben (wie Maske tragen und Abstand halten) freiwillig sind, so Ullmann.

Die Debatte über die allgemeine Impfpflicht startet gegen 15 Uhr in Berlin. Beschlüsse werden an diesem Tag allerdings noch nicht gefällt.

Unterdessen soll ab Mitte März die Corona-Impfpflicht im Gesundheitswesen kommen.