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Schweinfurt: Plädoyers im Prozess um totes Baby

vor einem Monat in Lokales
Das Gerichtsgebäude in Schweinfurt
Foto: Primaton Schweinfurt

Im Prozess um den Tod eines Babys in Schweinfurt sind am Mittag die Plädoyers gehalten worden. Der Vorwurf des Mordes ist dabei vom Tisch, statt dessen lautet der Vorwurf auf Totschlag – sie habe sich um ihr Neugeborenes kümmern müssen. Die Staatsanwaltschaft fordert wegen Totschlags siebeneinhalb Jahre Haft. Die Verteidigung plädiert auf eine Bewährungsstrafe. Das Urteil soll noch am Nachmittag fallen.

Die 27-Jährige hatte ihrem Umfeld ihre Schwangerschaft verheimlicht und den Jungen alleine zu Hause im Bad zur Welt gebracht. Danach deckte sie den Neugeborenen mit nassen Handtüchern zu, das Kind erstickte oder starb an Unterkühlung. Der Vater entdeckte wenig später den leblosen Säugling.

Die Frau hatte vor Gericht geschildert, sie sei mit der Situation überfordert gewesen. Sie habe zudem durch ein zweites Kind Nachteile in ihrem Beruf befürchtet. Ein Gutachter hatte bei ihr eine Persönlichkeitsstörung festgestellt. Die Frau hat bereits einen Sohn, der vor zehn Jahren geboren wurde.

In ihrem Schlußwort vor Gericht entschuldigte sich die 27-Jährige vor allem bei ihrem Lebensgefährten. Sie bereue die Tat zutiefst. Der Mann steht trotz der Vorwürfe weiter zu ihr, sie sind verlobt und wollen heiraten.