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Schweinfurt: Prozess gegen Mutter wegen Mordes

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vor einem Monat in Lokales
Das Gerichtsgebäude in Schweinfurt
Foto: Primaton Schweinfurt

Vor dem Schweinfurter Landgericht startet am Mittwoch ein Mordprozess gegen eine Mutter. Sie soll ihr Baby direkt nach der Geburt getötet haben – nach einer heimlichen Schwangerschaft. Die 27-Jährige soll den Jungen unbemerkt in ihrem Badezimmer zur Welt gebracht haben. Er sei mit feuchter Kleidung zugedeckt worden und starb an Unterkühlung oder erstickte, so das Landgericht. Das Ganze ist im vergangenen August passiert. Die Frau hat noch ein weiteres Kind und sitzt in U-Haft.
Die Ermittler hatten den Fall damals nicht öffentlich gemacht, weil sie zuerst nicht von einem Verbrechen ausgingen. An den Verhandlungstagen am Mittwoch und Donnerstag sollen auch Zeugen gehört werden. Am 6. August soll das Urteil fallen.

Rund 100 Babyklappen in ganz Deutschland

Um solche Fälle zu verhindern, wurde vor rund 20 Jahren in Hamburg die erste Babyklappe Deutschlands eröffnet. Hier können Mütter ihre Babys anonym abgeben. Inzwischen gibt es rund 100 Babyklappen bundesweit – die nächste ist in Nürnberg.

Geburt inkognito möglich

Außerdem gibt es seit 2014 in Deutschland die Möglichkeit der „vertraulichen Geburt“. Das heißt, Frauen können anonym entbinden und einen Vornamen für ihr Kind aussuchen. Ihre Daten werden in einem versiegelten Brief beim Bundesamt für Familie hinterlegt. Mit 16 Jahren kann das Kind dann den Namen seiner Mutter erfahren, wenn es das möchte.
Das Kinderhilfswerk terre des hommes Deutschland kritisiert aber, dass Mütter, die ihre Babys nach der Geburt töten oder sterben lassen, in einem Ausnahmezustand sind. Sie können daher nicht planend, ziel- und zweckgerichtet handeln.