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Würzburg: Nach Kirchenasyl – Ordensschwester zu Geldstrafe verurteilt

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vor 3 Monaten in Lokales
Die Ansicht auf das Justizzentrum in der Ottostraße als Gerichtsgebäude in Würzburg mit den Büschen im Vordergrund
Foto: Funkhaus Würzburg

Das Amtsgericht Würzburg hat am Mittwoch eine Ordensschwester der Oberzeller Franziskanerinnen wegen der Gewährung von Kirchenasyl zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Ordensfrau habe einer Nigerianerin Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt gewährt – das sah das Amtsgericht Würzburg als erwiesen an. Der Strafrichter verhängte eine Verwarnung mit Strafvorbehalt. Die Ordensschwester muss 500 Euro als Auflage zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Anderer Fall eingestellt

Der Urteilsspruch des Amtsgericht Würzburg bezieht sich nur auf einen von zwei vorgeworfenen Fällen. Ursprünglich musste sich die Ordensfrau vor Gericht wegen zwei Fällen des Kirchenasyls verantworten. Der eine Fall wurde jedoch aufgrund offener Fragen vorläufig eingestellt.

Hintergrund

2019 und 2020 hatten die Oberzeller Franziskanerinnen jeweils einer Nigerianerin Kirchenasyl gewährt. Die beiden Frauen seien vor Menschenhändlern geflüchtet, diese zwangen die Frauen zur Prostitution, so die Ordensfrau.

Zwei Fälle von Kirchenasyl in kürzester Zeit

Es ist bereits der zweite Fall von Kirchenasyl innerhalb kurzer Zeit, der von der Justiz behandelt wird. Erst vor ein paar Wochen hatte das Kitzinger Amtsgericht einen Benediktinermönch aus Münsterschwarzach freigesprochen.