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Würzburg: Nach Missbrauchsgutachten – Ansturm bei Kirchenaustritten

vor 2 Monaten in Lokales
Blick zum Würzburger Dom vom Vierröhrenbrunnen
Foto: Funkhaus Würzburg

​Einen Monat nach der Vorstellung des Münchner Missbrauchsgutachten wollen viele Menschen möglichst schnell aus der Kirche austreten – auch in Würzburg. Demnach ist in der Stadt die Nachfrage nach Austrittsterminen enorm: Seit dem 20. Januar gingen 320 Anfragen zum Austritt ein – das sind knapp 100 mehr als zur gleichen Zeit vor einem Jahr.

Unterdessen sind in Würzburg seit Beginn des Jahres rund 370 Menschen aus der Kirche ausgetreten. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es rund 210.

Das Standesamt hat bereits auf diesen Ansturm reagiert: Seit Anfang Februar bietet es zusätzliche Termine für einen Kirchenaustritte pro Woche an. Bis Interessierte an einen Termin kommen, dauert es aber im Schnitt bis zu einem Monat.

Katholische Kirche in der Kritik

Aktuell sieht sich die katholische Kirche mit vielen Vorwürfen konfrontiert. Das Münchner Missbrauchsgutachten belastet auch den emeritierten Pabst Benedikt XVI. Ihm wird Fehlverhalten im Umgang mit sexuellem Missbrauch während seiner Zeit als Erzbischof von München und Freising vorgeworfen.

Daneben häuft sich auch die Kritik aus den eigenen Reihen. Unter dem Motto „#OutInChurch – Für eine Kirche ohne Angst“ haben sich vor einem Monat bundesweit 125 Angestellte der katholischen Kirche geoutet – darunter der Würzburger Hochschulpfarrer Burkard Hose. Die Bewegung fordert, dass queere Menschen in der Kirche ohne Angst offen leben und arbeiten können und nicht weiter diskriminiert werden.