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Würzburg: Prozess wegen Kirchenasyl

vor 3 Monaten in Lokales
Die Ansicht auf das Justizzentrum in der Ottostraße als Gerichtsgebäude in Würzburg
Foto: Funkhaus Würzburg

Mit dem Thema Kirchenasyl muss sich am Mittwoch das Würzburger Amtsgericht auseinandersetzen. Angeklagt ist eine Ordensschwester der Oberzeller Franziskanerinnen. Sie hatte zwei Frauen aus Nigeria Kirchenasyl gewährt. Die beiden Frauen waren zuvor vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen worden.

Die Staatsanwaltschaft Würzburg wirft der Ordensschwester "Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt“ vor. Schwester Juliana gibt zwar zu, die beiden Frauen vor der Abschiebung bewahrt zu haben. Laut eigener Aussage konnte sie jedoch in diesem Fall wegen ihres Gewissens nicht anders handeln.

Es ist bereits der zweite Fall von Kirchenasyl innerhalb kurzer Zeit, der von der Justiz behandelt wird. Erst vor ein paar Wochen hatte das Kitzinger Amtsgericht einen Benediktinermönch aus Münsterschwarzach freigesprochen.

Kirchenasyl ist ein umstrittenes Privileg der Kirchen – Kritiker behaupten, die gesetzlichen Asylregelungen würden damit von der Kirche ausgehöhlt werden.