Zahlreiche Koffer und Gepäckstücke, als Zeichen gegen Antisemitismus stehen jetzt auf dem Bahnhofsvorplatz des Würzburger Hauptbahnhofes. Sie sind Teil des „DenkOrt Deportationen“, der am Mittwochmittag eröffnet wurde. An der Veranstaltung nahm unter anderem Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, teil. Auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt und der frühere bayerische Kultusminister und jetziger Antisemitismus-Beauftragter der Staatsregierung, Ludwig Spaenle waren anwesend. Bei der Veranstaltung lobte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt die Wahl des Denkmalortes. Am Bahnhof würden täglich Hunderte Reisende vorbeikommen, die durch den „DenkOrt“ vor Augen geführt bekämen, wo Rassismus hinführen kann. Auch Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden, war vor Ort. Er betonte vor allem, wie wichtig es gewesen sei, dass junge Menschen an der Entstehung des Gedenkorts beteiligt waren. Nur so könne die Erinnerung wachgehalten und verstanden werden, wie es zu solchen Ereignissen wie den Judenermordungen kommen könne. Dieses Wissen sei wichtig, um verhindern zu können, dass sich solche Taten künftig wiederholen. Die Gepäckstücke, die Teil der Gedenkstätte sind, stammen von unterfränkischen Kommunen, die bis 1933 eine jüdische Gemeinde hatten. Jede Nachbildung aus Stein, Holz, Metall, Keramik oder Kunststoff wurde doppelt angefertigt – sie steht einmal am Gedenkort am Würzburger Hauptbahnhof und einmal in der Kommune. Die Gepäckstücke am „GedenkOrt“ sollen all die Dinge symbolisieren, die die Deportierten am Bahnhof zurücklassen mussten. Zur Zeit des Nationalsozialismus sind nach Informationen des Johanna Stahl-Zentrums für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken 2.069 Menschen aus Unterfranken deportiert worden.

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