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Schweinfurt: Corona-Viren können frühzeitig im Abwasser erkannt werden

vor 22 Tagen in Lokales
Nahaufnahme von Wasser
Foto: pixabay.com

Die Corona-Inzidenz erkennen, bevor die Menschen zum Testen gehen – das ist mit einem einem Abwasser-Monitorings möglich. In Schweinfurt werden seit der zweiten Corona-Welle Abwasserproben auf Viren untersucht. Mit Erfolg – laut dem Ordnungsreferenten der Stadt kann eine erhöhte Virenlast einer bestimmten Region schon 8 bis 10 Tage bemerkt werden, ehe Tests die steigenden Infektionen nachweisen. Denn Viren werden vom Darm schon vor einem bemerkbaren Ausbruch im Körper mit ausgeschieden, sodass sie in Klärwerken nachgewiesen werden können. Das Abwasser-Monitoring kann in Zukunft als Frühwarnsystem eingesetzt werden, um erneute Pandemien vorzubeugen. Die Messungen seien in Zusammenarbeit mit der TU München und dem Helmholz-Institut durchgeführt worden.

Abwasser-Untersuchungen auch in Würzburg

Auch in Würzburg habe Anfang des Jahres eine Abwasserauswertung der zentralen Kläranlage in der Mainaustraße stattgefunden. So sei auch der Scheitelpunkt der dritten Welle in einem Messergebnis bereits ein bis zwei Wochen früher erkannt worden. Trotzdem habe es hin und wieder auch unplausible Befunde und Ungenauigkeiten gegeben, weswegen das Verfahren vorerst eingestellt wurde. Die Stadt Würzburg bevorzuge normale Schnelltests und ist der Meinung, dass diese das Testmanagement wesentlich effizienter machen. Die Stadt Würzburg könne weitere Abwasser-Untersuchungen zu jedem Zeitpunkt aber auch wieder starten.

Abwasser-Monitoring auf Empfehlung der EU

Die EU-Kommission empfiehlt Städten mit über 150.000 Einwohner seit März ein fortlaufendes Covid-Monitoring im Abwasser durchzuführen. Es fehle aber noch an der notwendigen Infrastruktur, um die Daten auch an die Gesundheitsämter zu übermitteln. Auch die Frage der Finanzierung müsste noch geklärt werden.