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Unterfranken: Handwerkskammer kritisiert die Corona-Testpflicht für Betriebe

vor 5 Monaten in Lokales
Ein Schnelltest auf Corona mit negativem Ergebnis
Foto: Funkhaus Würzburg

Betriebe müssen ihren Mitarbeitern in Zukunft einmal pro Woche einen Corona-Test anbieten – das stößt auf Kritik bei der Handwerkskammer für Unterfranken. Den Angestellten regelmäßig Tests anzubieten habe auch auf freiwilliger Basis gut funktioniert, heißt es in einer Mitteilung. Die Verpflichtung zeige das Misstrauen der Politik gegenüber den Bemühungen der Betriebe. Außerdem belaste die Pflicht die Unternehmen, die ohnehin schon in einer schwierigen Lage seien, zusätzlich finanziell. Laut HWK-Hauptgeschäftsführer Ludwig Paul hatten kleine und mittlere Handwerksbetriebe den Kampf gegen die Pandemie bereits mit speziellen Hygienekonzepten unterstützt. Der Staat müsse jetzt pragmatisch handeln, anstatt mit finanziellen und bürokratischen Belastungen die Verantwortung bei der Wirtschaft abzuladen.

Die Verpflichtung, einen Corona-Test pro Woche anzubieten, hat das Bundeskabinett bereits beschlossen, Arbeitsminister Heil hat eine entsprechende Verordnung unterzeichnet. Sie gilt generell und ist damit unabhängig von der jeweiligen Inzidenz vor Ort. Die Pflicht gilt vorerst bis Ende Juli. Dabei müssen Arbeitgeber den Mitarbeitern, die nicht komplett im Homeoffice arbeiten, einen Test pro Woche anbieten. In Jobs mit hohem Infektionsrisiko sollen zwei Tests pro Woche angeboten werden. Bundesfinanzminister Scholz kündigte bereits an, die Kosten für die Tests nicht zu übernehmen, das müssen die Betriebe machen.